Lektion 7 – Pixel, Schärfe & Speicherformate

17. August 2009

Was erwartet Sie in Lektion 7 der Fotoschule?

Vor gar nicht allzu langer Zeit waren die Regale der Fotohändler mit Filmen jeglicher erdenklicher Art gefüllt. Heute sind die Filme durch die digitalen Speichermedien stark verdrängt worden. Doch gelten Prinzipien wie ISO oder ASA und „Körnigkeit“ auch bei Sensoren. Und wie die Fotos letztendlich abgelegt werden, ist auch nicht unrelevant …

Speicherkarte

Speicherkarte

Ein Punkt, zwei Punkte, Millionen Punkte!

Es wird ohne Ende gepunktet. Die Hersteller bringen ja schon fast im Halbjahresrhythmus neue Modelle raus, die ihr Vorgängermodell immer wieder um Millionen Punkte – Entschuldigung – natürlich Pixel übertreffen.

Wie Leistungsfähig ein Sensor ist, wird als Megapixel angegeben (Zahl der Bildpunkte). Grundsätzlich bedeuten mehr Pixel auch mehr Details. Dennoch gibt es auch hier eine sinnvolle Obergrenze, denn es gibt schlichtweg physikalische Grenzen. Tests in Fotomagazinen können das belegen!

Wichtig und offenbar auch vielfach unterschätzt, sind die Güte des Objektivs und der kamerainterne Prozessor.

Es gibt aber einfache Richtlinien, die Ihnen beim Auswählen einer für Sie geeigneten Kamera helfen sollen (gibt es überhaupt noch Kameras mit zu wenig Pixeln?) bzw. welche Pixelzahl für welchen Zweck am besten geeignet ist.

Bildformatgrößen

Bildformatgrößen

1 Film = 36 Bilder, 1 Speicherkarte = über 1000 Bilder!

Der Wechsel des Speichermediums, von 36er-Film auf kleinste Speicherkarten, den die digitale Fotografie mit sich brachte, ist für mich persönlich einer der größten Vorteile, bei der Verwendung einer Digitalkamera. Es ist Platz sparend und die häufigen Filmwechsel entfallen. Ich finde es klasse!

Wie viele Bilder am Ende auf ihrer Speicherkarte Platz finden, hängt stark davon ab, in welchem Format Sie die Bilder abspeichern. Zumindest die besseren Kameras lassen sie zwischen den folgenden Optionen wählen:

JPEG

Das am häufigsten verwendete Bildformat (bei vielen Kompaktkameras auch das einzige) ist sicherlich JPEG (Joint Photographic Experts Group). Es ist ein Format, das immer dann Anwendung findet, wenn die Fotos für das Internet genutzt werden sollen.

HINWEIS: Sie tun es ja doch – die Nachbearbeitung von Bildern mit irgendeiner Software. Aber bitte beachten Sie, dass jedes Mal, wenn ein JPEG-Bild von Ihnen verändert und anschließend gespeichert wird, es immer wieder neu gerechnet werden muss (komprimiert). Das kann zu Qualitätsverlust führen. Speichern Sie daher die Originale ab und arbeiten nur mit Kopien!

RAW

RAW ist ein Rohdatenformat (engl. raw = dtsch. roh), das besonders viele Informationen für ein Bild speichert. Dementsprechend sind Dateien im RAW-Format wesentlich größer als z.B. die o.g. JPEG-Formate.

Viele Hersteller haben ihr, obwohl alle sehr ähnlich sind, eigenes RAW-Format (z.B. Nikon = NEF, Leica = DNG, Canon = CRW etc.). Für eine Weiterbearbeitung müssen diese Rohdaten mit einem RAW-Konvertierer, der eigentlich den Kameras als freie Software beiliegt, ausgelesen werden. Anschließend können sie als JPEG oder TIFF gespeichert werden.

TIFF

Tagged Image File Format“ ist dem RAW-Format ähnlich. Eigentlich ist es der Vorläufer des RAW-Formats. TIFF-Bilder speichern ebenfalls eine große Menge an Informationen und sind daher auch sehr groß.

Wenn Sie Ausdrucke in bester Qualität benötigen, dann sollte TIFF vor JPEG gewählt werden. Allerdings stehen bei TIFF die eigentlichen Rohdaten nicht mehr zur Verfügung!

Speicherplatz

Speicherplatz

Die Karten sind gemischt

CF, Memory Stick, SD oder xD – welchen Speicherkartentyp Sie verwenden müssen, hängt von Ihrer Kamera ab.

Sie haben aber die freie Wahl bei der Speichergröße, der Qualität (z.B. stoßgetestet oder spritzwassergeschützt!) und der Geschwindigkeit (wie schnell werden Daten geschrieben bzw. gelesen).

HINWEIS: Auch wenn die Karten immer mehr Speicherplatz bieten (letzter Stand im Herbst 2007: bis zu 16 Gigabyte), sollte man sich gut überlegen, ob man wirklich eine ganz große oder wenige große Karten haben möchte oder doch lieber mehrere kleinere Karten.

Die Überlegung ist diese: Wenn ein Problem auftritt und die Karte geschädigt bzw. ruiniert wird, ist es dann besser alle Fotos auf einmal zu verlieren oder nur einen Teil?

Grobes Korn oder große Pixel?

Der ISO- oder auch ASA-Wert bezeichnete bei den Diafilmen die Filmempfindlichkeit. Eine kleine ASA-Zahl (z.B. 25) bedeutete, das der Film extrem scharfe Bilder zulässt, aber viel Licht benötigt. Mit einem Film der z.B. 800 ASA hat, können Sie im Gegensatz zum 25er wesentlich schnellere Verschlusszeiten wählen, bei gleicher Beleuchtung, aber die Bilder besitzen dann eine körnigere Struktur (Ein Nebeneffekt, den ich z.B. bei der Schwarz-Weiß-Fotografie und bei Einsatz von 3200er Filmen, sehr schätze).

Diese ISO-/ASA-Werte gelten auch für die digitalen Formate. Allerdings geht es hier nicht mehr um „Korn“, sondern um die Pixel. Sie können auch zwischen den verschiedenen Werten wählen. Dabei steht Ihnen meistens ein Spektrum zwischen 64 bis 3200 ISO zur Verfügung. Wie gesagt, je kleiner die Zahl, desto höhere Bildqualität und umgekehrt.

Die Erhöhung der Empfindlichkeit führt zwangsweise zu dem so genannten Rauschen. Das sind zufällige Unterschiede in Farbe und Helligkeit, die sich dann als deutliche Pixel zu erkennen geben.

Im Gegensatz zu den Filmen (egal ob Dia oder Negativ) kann ein stark „pixelndes“ digitales Foto stark an Charme verlieren, denn die kleinen Vierecke sehen zu unnatürlich aus. Aus diesem Grund sollten sie auch Bildstabilisatoren meiden, die nur die ISO-Zahl raufsetzen.

HINWEIS: Ein einmal ausgewählter ISO-Wert ist nicht zwingend für alle Bilder zu nutzen. Das Geniale an der digitalen Fotografie ist es, dass sie (ohne wie früher den Film zu wechseln), für jedes Bild den ISO-Wert individuell festlegen können. Da – hören Sie auch die Jubelschreie?!

ISO-Einstellungen

ISO-Einstellungen

Jetzt Sie! – Aufgaben

Es ist ein wenig schwierig hierfür sich Übungen einfallen zu lassen, was Sie aber auf jeden Fall für sich ausprobieren sollten, ist das Fotografieren mit Digitalkameras und hohen ISO-Werten. Hier verabschiedet sich dann die Kompakt-Klasse und in der SLR-Klasse trennt sich die Spreu vom Weizen. Der Effekt des Rauschens nimmt mit steigendem ISO-Wert zu. Wie ein Bild letztendlich aussieht, hängt sehr von der firmenabhängigen Rechenleistung ab. Vergleichen Sie also Fotos mit ISO 100 mit Fotos aufgenommen bei ISO 800 und größer.

Lektion 6 – Elementares & Nützliches

Lektion 8 – Makro-Fotografie

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Lektion 6 – Elementares & Nützliches

17. August 2009

Was erwartet Sie in Lektion 6?

Zubehör gibt es für die Fotografie mehr als reichlich. Vieles davon ist überflüssig, einiges ist brauchbar und bestimmte Sachen sind unabdingbar, wenn man Fotos hoher Qualität machen möchte.

Einige wichtige Dinge sind in dieser Lektion zusammengestellt. Die essentiellen Zubehörteile sind rot und die nützlichen Dinge orange gekennzeichnet.

Wenn sie mit der Kamera arbeiten wollen, benötigen Sie …

…ein Stativ.

Auch in Zeiten von VR, OS, IS, OIS oder wie die Firmen ihre Bildstabilisierungen nennen, ist eine vernünftige Stütze für die Kamera unabdingbar. Besonders die Makro-Fotografie oder das Arbeiten mit Tele-Objektiven schreit förmlich nach einem Stativ.

HINWEIS: Um die Verwacklung bei dem Arbeiten ohne Stativ zu minimieren, stellen Sie die Verschlusszeit auf mindestens 1/f ein. Wenn sie also mit einem 105er Objektiv arbeiten, sollte die Verschlusszeit nicht 1/125 Sekunde unterschreiten (200er = 1/200 Sekunde, 50er = 1/50 Sekunde usw.)!

Bei einigen Kameras ist auch Vorsicht geboten und man sollte ganz genau in der Betriebsanleitung schauen, wie eine „Bildstabilisierung“ realisiert wird. Denn nicht selten erreicht die Kamera kürzere Verschlusszeiten durch das Verändern der ASA- bzw. ISO-Werte – oftmals mit dem Ergebnis, dass die Bilder stärker „rauschen“ (pixeliger wirken).

Stativ

Stativ

Stativkopf

Ganz klar, wer mit dem Stativ arbeitet, der benötigt einen Stativkopf. Ob es sich dabei um einen Kugelkopf oder einen Dreiwegeneiger handelt, ist eine Frage der hauptsächlichen Anwendung. Prinzipiell sind Kugelköpfe eine schnelle und feine Sachen. Doch gerade in der Makro-Fotografie trumpfen die Dreiwegeneiger auf, denn dann kann man in jeder Ebene Einstellungen vornehmen, ohne gleich die ganze Komposition zu versauen.

HINWEIS: Sollte der Stativkopf ohne Schnellwechselmechanismus daher kommen, dann legen Sie sich besser einen zu. Sie werden es mir danken.

Kugelkopf

Kugelkopf

Schnellwechselsystem

Schnellwechselsystem

Winkelsucher

Nein, ich will ihn nicht mehr missen! Eine so feine Sache und ich frage mich im Nachhinein, warum ich nicht schon viel eher einen angeschafft habe.

Ein Winkelsucher erleichtert den Blick durch den Sucher ungemein, besonders wenn man bodennah arbeitet. Zusätzlich kann man von einfacher auf doppelte Vergrößerung stellen und hat gerade bei Makros bessere Kontrolle.

Vielleicht nicht für jeden essentiell, aber für mich schon.

Winkelsucher

Winkelsucher

Nahlinse

Wie ein Filter werden Nahlinsen in das dafür vorgesehene Gewinde vorne am Objektiv eingeschraubt. Sie bilden eine preiswerte und leichte Methode, um die Naheinstellgrenze eines Objektivs zu verkürzen.

Nahlinse

Nahlinse

Nahlinse: Wassertropfen

Nahlinse: Wassertropfen

Zirkular-Polfilter

Dieser Filter hilft Reflexionen zu minimieren, wie sie z.B. auf Wasser oder nass-feuchten Oberflächen auftreten können. Zudem reduziert er Dunst, grelles Licht und kräftigt Farben. Besonders der letzte Aspekt findet in der Landschaftsfotografie breite Anwendung (siehe dazu auch Lektion zur Landschaftsfotografie).

Polfilter

Polfilter

Polfiltereffekt: Eichenblatt

Polfiltereffekt: Eichenblatt

HINWEIS: Legen sie sich nur einen Zirkular-Polfilter zu, denn dieser lässt sich unkompliziert am Objektiv drehen, bis der erwünschte Effekt erreicht ist. Finger weg von Folien oder ähnlichem.

ND-Graufilter

Das „ND“ steht für Neutral-Density und bedeutet, dass keinerlei Farbveränderungen bei Einsatz dieser Filter auftritt. Jedoch reduzieren sie die Lichtmenge und in einigen Situationen benötigt man dieses.

Ein kompletter ND-Graufilter kommt dann zum Einsatz, wenn es erwünscht ist, längere Verschlusszeiten zu nutzen, ohne dass z.B. komplett abgeblendet wird.

ND-Filter

ND-Filter

Ein ND-Grauverlaufsfilter ist dann sinnvoll, wenn in dem Bild starke Helligkeitsunterschiede auftreten und die es auszugleichen gilt.

ND-Verlauffilter: Baumlandschaft

ND-Verlauffilter: Baumlandschaft

Fernauslöser

Die Digitalkameras bieten die Optionen für Kabel-Fernauslöser oder Funk-Fernauslöser. Welchen Sie bevorzugen, ist davon abhängig, wofür Sie den Abstand zur Kamera benötigen. In der Makro-Fotografie ist es eigentlich egal, aber wenn Sie sich doch mehr als einen Meter entfernen wollen, sollten Sie „funken“. Allerdings haben viele Funk-Fernauslöser nur eine Auslösefunktion und sind daher für Langzeitaufnahmen („B“ / „Bulb“; der Verschluss bleibt so lange geöffnet, so lange Sie den Auslöser drücken) ungeeignet.

HINWEIS: Anstelle eines Fernauslösers, ist es manchmal auch möglich, den Selbstauslöser vieler Kameras einzusetzen. Dabei ist die kürzeste einstellbare Zeit 2 Sekunden.

Egal, ob Kabel oder Funk, Ziel ist es in jedem Fall die Kamera so wenig zu erschüttern, wie möglich!

Fernauslöser

Fernauslöser

Blitz & TTL-Verbindungskabel

Nur „Orange“, denn ein Blitz sollte nicht überbewertet werden. Sollte jedoch ein Blitzgerät der Ausrüstung hinzugefügt werden, dann aber bitte mit einem TTL-Verbindungskabel. Letzteres ermöglicht es ihnen, den Blitz weit von der Kamera zu positionieren (was fast immer eine gute Sache ist) und behalten doch die Kamera-Blitz-Kommunikation bei.

Bei der Wahl des Blitzes kommt es darauf an, wofür Sie ihn hauptsächlich nutzen wollen. Als Stichwort seien an dieser Stelle nur der Ring-Blitz (wird vorne am Objektiv befestigt) und der Standard-Blitz (der, der üblicherweise auf der Kamera angesetzt wird) genannt.

Ein Ring-Blitz wird hauptsächlich in der Makro-Fotografie zum Einsatz kommen, wobei man den Standard-Blitz dann doch vielseitiger einsetzen kann.

Blitzgerät

Blitzgerät

Gegenlichtblende

Einige werde sich vielleicht wundern, warum ich einer Gegenlichtblende den Status von „essentiell“ verpasse. Nun gut, sie ist eben! Nicht nur werden Reflexionen auf der Frontlinse vermindert, sie schützt auch zu einem gewissen Grad ihr Objektiv.

Die Verkäufer wollen dem Kunden viel zu oft (ich habe es unzählige Male beobachtet) einen dieser UV-Filter andrehen. Dieser Filter dürfte der überschätzte Filter überhaupt sein.

Als permanenter Objektivschutz gedacht, fügen sie nur ein weiteres Stück Glas, in den meisten Fällen auch noch minderwertig, Ihrem Linsensystem hinzu und erhöhen gleichzeitig das Risiko von Flimmererscheinungen. Das wollen Sie doch nicht wirklich, oder?

Es gibt ganz wenige Situationen, in denen ich so einen Schutz nachvollziehen könnte: Ein Sandsturm. Aber was zur Hölle wollen sie da noch fotografieren? Überraschen Sie mich!

Gegenlichtblende

Gegenlichtblende

Reflektoren

Mit der Hilfe ohne eines Blitzgerätes und mit Reflektoren, schaffen Sie es schnell und einfach schattige Partien ihres Motivs aufzuhellen. Üblicherweise gibt es Reflektoren in den Farben Gold, Silber und Weiß. Zwischentöne, mit den schönen Namen „Sunfire“ oder „Sunlite“, gibt es auch noch.

Reflektoren

Reflektoren

Reflektorenvergleich: Holzfigur

Reflektorenvergleich: Holzfigur

HINWEIS: Für den Hausgebrauch kann man sich Reflektoren jeder Größe selbst basteln, indem man z.B. dünne Rettungsfolie (eine Seite gold-, die andere Seite silberfarben; Outdoor-Laden) auf festen Karton oder Kapa-Platten (Bastelladen) glatt aufklebt. Die Kapa-Platten selbst dienen auch gut als Weiß-Reflektor.

Blasebalg & Reinigungstuch

Das A und O einer guten Bildqualität bedeutet auch, dass man sein Werkzeug sauber hält. Gute Dienste verrichten dabei ein Blasebalg (ist nie leer…) und ein hochwertiges Mikrofasertuch. Sollte bei keiner Ausrüstung fehlen.

Blasebalg & Tuch

Blasebalg & Tuch

Graukarte

In Lektion 4 schon besprochen, sollte sie – zumindest am Anfang – nicht fehlen. Wenn man später geübter ist, kann die Graukarte ersetzt bzw. ganz weg gelassen werden.

Graukarte

Graukarte

Stativ

Wie? Das hatte ich schon erwähnt. Egal, ein Stativ ist sooooo wichtig, dass eine zweite Erwähnung nicht schadet.

Es muss nicht das superschwere (oder extrem leichte) und superteure Profi-Stativ sein, aber auch nicht billiger Plastikschrott, der schon bei einem bösen Blick anfängt zu wackeln.

Gute Stative gibt es ab 120 Euro. Wichtig ist auch hier, was Sie in der Fotografie zu ihrem Schwerpunkt anfänglich machen möchten. Muss ich mit dem Stativ bodennah arbeiten können, soll es eine Tele sicher halten etc.

Stativreihe

Stativreihe

HINWEIS: Eine lange Mittelsäule ersetzt kein Dreibeinstativ entsprechender Höhe. In ungünstigen Situationen ist eine Mittelsäule nur ein Einbeinstativ auf einem Dreibeinstativ, welches wackelanfällig ist.

Jetzt Sie! – Aufgaben

Mmh, viele technische Sachen zum „Spielen“. Da es mir so wichtig ist und ihnen wichtig werden soll: Bitte zwei Fotos, bei denen Sie einmal freihändig und das andere Mal mit einem Stativ fotografieren. Zu diesem Zweck nehmen Sie am Besten ein Motiv, welches sich nicht bewegt bzw. bewegen kann. Besonders bei Brennweiten größer als 60 mm wird es so richtig interessant.

Als nächstes fotografieren Sie ein (kleines) Stillleben. Es kann im Zweifelsfall auch nur ein Gegenstand sein, den Sie mal mit und mal ohne die verschiedenen Reflektoren ablichten. Vielleicht probieren Sie auch mehrere Reflektoren, um neue Effekte zu erzielen?!

Lektion 5 – Objektive

Lektion 7 – Pixel, Schärfe & Speicherformate

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Lektion 5 – Objektive

17. August 2009

Was erwartet Sie in Lektion 5?

Diese Lektion verschafft Ihnen einen Überblick über die Flut von Objektiven und erläutert die Unterschiede. Weitwinkel-, Tele-, Makro- und Zoom-Objektive werden beschrieben und Beispiele für ihren optimalen Einsatz gegeben.

Ich sehe was, was du nicht …

Auch wenn manche vielleicht es anders sehen, aber das Objektiv ist der wichtigste Ausrüstungsgegenstand eines Fotografen. Ein gut funktionierendes Objektiv, das zugleich eine hervorragende Schärfe liefert, werden sie spätestens dann zu schätzen wissen, wenn die Qualität ihrer Bilder (Komposition!) sich verbessert, aber nicht die optische Bildqualität.

Ein wirklich gutes Objektiv zeichnet sich durch eine robuste und spielfreie Mechanik aus. Hinzu kommt, dass bei den hochwertigen Objektiven zudem noch spezielle Linsen zum Einsatz kommen, die besonders oberflächenvergütet sind.

Sicher, die Anschaffung eines oder gleich mehrerer Objektive ist kostspielig, aber sind es doch wert, wenn man daran ernsthaft interessiert ist, die bestmöglichen Fotos zu machen.

Ein Blick in einen regulären Händlerkatalog verdeutlicht die heutige Vielfalt: 32 verschiedene Objektive. Für jeden etwas dabei. Für welches sie sich letztendlich entscheiden, hängt davon ab, was sie bevorzugt fotografieren möchten. Ich stelle ihnen nachfolgend die Objektivtypen vor. Nachher kaufen sie noch alle 32 Objektive …

Weitwinkel-Objektiv

Das menschliche Auge sieht wie mit einem 50er Objektiv, also einem Objektiv der Brennweite 50 mm. In der Tat entsprechen Fotos, die mit solch einer Brennweite aufgenommen wurden, dem eigenen Sehempfinden.

Alle Objektive, deren Brennweite darunter liegen, werden als Weitwinkel-Objektive bezeichnet. Eine ganz klassische Brennweite ist z.B. 24 mm.

Weitwinkel-Objektive werden bevorzugt in der Landschaftsfotografie eingesetzt. Aber auch Gruppenaufnahmen lassen sich damit umsetzen.

Weitwinkel eignen sich besonders dann, wenn Sie möglichst viel einer Umgebung mit ins Bild einbeziehen möchten. Allerdings gibt es einen kleinen Nachteil: Je größer der Bildwinkel wird, desto mehr werden in den Randbereichen Linien gekrümmt. Besonders extrem ist dieser Effekt bei den so genannten „Fisheye“-Objektiven (um die 10 mm). Allerdings setzen viele Fotografen diese Verzeichnung auch gerne als gestalterisches Mittel ein. Ein Fisheye sollte aber nicht zwingend auf ihrer Liste ganz oben stehen.

Weitwinkelaufnahme: Flusslandschaft

Weitwinkelaufnahme: Flusslandschaft

Tele-Objektive

Um ein Tier besonders formatfüllend abzulichten oder die Distanz zu einem Sportler zu überbrücken, ohne gleich auf das Spielfeld zu rennen, setzt man ein Tele-Objektiv ein. Die Brennweiten reichen dabei in der Regel von 70 bis 800 mm. Wobei letztere Brennweite Objektive hervorbringt, die fast 5 Kilogramm wiegen und mehrere tausend Euro kosten.

Mit einem „Tele“ holt man sich nicht nur sein Motiv nah ran, man eliminiert auch gleichzeitig störende Elemente links, rechts, vor und hinter dem Hauptmotiv. Denn der Bildwinkel verkleinert sich, je größer die Brennweite wird.

Den Effekt der Verzeichnung, der so typisch für die Weitwinkel-Objektive ist, kann durch ein Tele eliminiert werden. Sollte man vielleicht im Hinterkopf behalten, wenn man sein Hauptaugenmerk auf Architektur gelegt hat. Wer noch einen Schritt weitergehen will, dem seien die PC-Objektive ans Herz gelegt, wenn es gilt, stürzende Linien zu beseitigen. „PC“ steht für das englische Perspective Control (Perspektivenkontrolle) und weist darauf hin, dass mit diesen speziellen Objektiven, die man in sich quer verschieben kann, Linien nahezu parallel dargestellt werden können.

Tele: Uhu

Tele: Uhu

Makro-Objektiv

Der Teufel, nein, die Schönheit steckt oft im Detail. Um kleine Dinge groß raus zu bringen, dafür benötigen sie ein Objektiv, mit dem sie gaaaaanz nah an das Motiv können. Ein echtes Makro-Objektiv lässt sie einen Gegenstand in seiner natürlichen Größe auf den Sensor bannen.

Mittlerweile reichen die Brennweiten bei den „Makros“ von 50 mm bis 200 mm. Auch hier gilt, dass der Bildwinkel umso größer ist, umso kleiner die Brennweite wird. Mit einem 50er Makro können sie z.B. einen Frosch ganz groß fotografieren und haben gleichzeitig noch die Möglichkeit, sein natürliches Umfeld mit ins Bild mit einzubeziehen. Mit einem 200er Makro machen sie die gleiche Aufnahme vom Frosch, aber jetzt würden sie ihn durch den kleineren Bildwinkel freistellen.

Ach ja, bei dem 200er können sie auch mehr Abstand halten. Nicht unwichtig wenn es um Fluchtdistanzen (ab wann z.B. flieht ein Tier) oder gefährlichere Tiere als ein Frosch geht.

Sicherlich eine Frage des Geschmacks, aber auch die des Geldbeutels, denn das 200er Makro wird rund dreimal mehr kosten, als das 50er Makro.

Spinnennetz mit Wassertropfen

Spinnennetz mit Wassertropfen

HINWEIS: Objektive mit einer kleineren bzw. kürzeren Brennweite haben eine größere Schärfentiefe, als Objektive mit größeren bzw. längeren Brennweiten.

Zoom-Objektiv

Die steigende Zahl an Zoom-Objektiven beweist es, sie sind beliebter als je zuvor. Ein Zoom vereint schlichtweg mehrere Festbrennweiten in einem Objektiv. Anstelle eines 24ers, eines 50ers, eines 180ers Makro und eines 300ers (das volle Programm: Weitwinkel, Standard, Makro und Tele), nehmen sie nur noch ein 28-300 Makro-Zoom-Objektiv mit. Ist das nicht fantastisch? Ja und Nein.

Die Vorteile „wiegen“ auf der Hand, denn sie tragen definitiv weniger Gewicht mit sich (4 Objektive = 3200 g oder 1 Objektiv = 400 g). Und die Anschaffungskosten sind auch viel geringer.

Jetzt zum ABER. Obwohl die Qualität der Zoom-Objektive über die letzten 20 Jahre (So lange fotografiere ich schon? – ich muss wohl alt sein…) kontinuierlich verbessert hat, stellen sie doch nur einen Kompromiss dar. Es mag verständlich sein, dass, wenn man noch mehr Linsen hintereinander packt, die Qualität darunter leiden muss. Außerdem steckt noch mehr Mechanik in den Objektiven, die Probleme bereiten kann.

Sie merken schon, ich bin kein allzu großer Fan von Zooms. Die Zoom-Objektive, die wirklich gute Qualität bieten, kosten auch gleich wieder ein Sch*****geld.

Und noch etwas: Wie zuvor schon bei den Blendenwerten, gibt es auch bei den Zooms einen optimalen Einstellbereich – die mittleren Zoombereiche! Das heißt, dass z.B. bei einem 70-300er Zoom die beste Schärfe um die 180 mm zu erwarten ist. Schade eigentlich, es hätte alles so schön sein können.

Ein allerletztes Wort – ganz ehrlich – zum Thema Zoom. Viele Digitalkameras bieten einen „digitalen Zoom“. Dabei ist das Zoomen aber ein rein softwaregesteuerter Prozess. Da dabei keine neuen Pixel hinzugeführt werden, ist die Auflösung der Vergrößerung, nun ja, bescheiden. Netter Werbetrick, aber in der Praxis nicht brauchbar.

Bildwinkel

Bildwinkel

Bildwinkel: Ansitz im Wald

Bildwinkel: Ansitz im Wald

HINWEIS: Die Hersteller bieten unterschiedliche Serien von Objektiven an. Dabei gibt es einmal die Objektive, die sowohl für den Einsatz an einem analogen (35 mm SLR), als auch an digitalen Gehäuse geeignet sind.

Der zweite Typ von Objektiven ist jedoch so berechnet, dass er optimal auf die Sensorgröße abgestimmt ist. Diese Objektive können nur an digitalen SLR angesetzt werden.

Seien Sie gut …

… zu Ihren Objektiven (und Mitmenschen). Befolgen Sie auf das Genauste die Herstellerangaben zu Pflege IIhrer Objektive. Vermeiden Sie starke Verschmutzung (wie z.B. Schlamm – glauben Sie mir, ein Objektiv davon zu befreien ist mehr als lästig…) und reinigen Sie es – wenn nötig – sofort. Blasebalg und Mikrofasertücher sind die erste Wahl. Wenn der Blasebalg versagt, versuchen Sie es mit einer antistatischen Bürste.

Schmierflecken beseitigen Sie mit dem Mikrofasertuch. Beginnen Sie immer in der Mitte der Linse und arbeiten sich in kreisenden Putzbewegungen zum Rand hin vor. Bei hartnäckigeren Flecken hilft manchmal vorheriges Anhauchen (nicht Anspucken, pfui!). Vermeiden Sie aggressive Lösungsmittel.

Wenn gar nichts mehr geht, hilft immer noch der Kundenservice vieler Hersteller.

In der kalten Jahreszeit sollten Sie darauf achten, dass ihre Kamera nicht beschlägt, wenn Sie vom Kalten ins Warme wechseln. Die Feuchtigkeit schadet sonst der Elektronik. Sie können z.B. ihre Objektive und die Kamera in einen von diesen Zip-Lock-Beuteln stecken. Die Feuchtigkeit schlägt sich dann außen am Beutel nieder.

Jetzt Sie! – Aufgaben

Da nicht erwartet werden kann, dass Sie zu Beginn gleich eine vollständige Ausrüstung haben, folgende Übung: Nehmen Sie ein Objektiv bzw. das Objektiv welches Ihnen zur Verfügung steht und versuchen Sie jeweils unterschiedliche Themen damit zu realisieren. Das kann z.B. wie folgt aussehen: Sie besitzen ein Makro-Objektiv. Damit können Sie – genau – einmal Makro-Fotos machen. Aber Sie können sich auch an Landschafts- und Porträtmotiven probieren. Mit einem Standard-Objektiv lässt sich auch noch so einiges umsetzen. Mit einem Tele ist es schwieriger, aber auch nicht unmöglich. Makro-Fotografie wird vielleicht nicht gelingen, aber dafür der Rest …

Lektion 4 – Belichtung

Lektion 6 – Elementares & Nützliches

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Fotografieren von Schmuck

7. August 2009

Ring mit Diamanten

Ring mit Diamanten

Die Schmuckfotografie stellt den Fotografen vor eine ganz besondere Herausforderung. Der Sinn für Ästhetik und Erfahrung ist hier von Vorteil. Die besonderen Schwierigkeiten ergeben sich aus dem Umstand, dass die meisten Schmuckstücke wie Spiegel reflektieren und was zunächst einmal nicht auffällt, wird nach der Entwicklung erst deutlich. Nichts ist unschöner, als wenn sich in einem Hochglanzring die Zimmerdecke oder der eigene Pullover spiegelt. Die Kunst besteht darin, das Funkeln und die richtigen Lichtreflexe einzufangen, ohne dabei das gesamte Bild bei einer geringen Belichtung zu dunkel werden zu lassen, denn diese Reflexe sind oftmals heller als weiß und lassen sich auf Papier, Film oder aber auf dem Monitor nicht darstellen.

Die Kamera spielt hier eine Bedeutende Rolle, da ausschließlich im Makro-Bereich gearbeitet wird. Dazu muss der Blitz abschaltbar sein, daher eignen sich vollautomatische Kameras für ein gutes Schmuckfoto nicht. Leider ist das Problem der Makrofotografie die Tiefenschärfe. Um dem entgegen zu wirken, muss man die Blendenöffnung sehr gering halten.  Bei ausreichendem Licht ist eine Belichtungszeit von 1/100 Sekunde und einer Blende von 16 optimal. Um mehr Schärfe zu bekommen, kann man auch bis 25 abblenden, sofern man auch das geeignete Makro- Objektiv dafür hat. Bei vollautomatischen Kameras kommt das Problem hinzu, dass der Autofokus unzureichend ist. Die Schärfe muss per Hand einstellbar sein. Das Arbeiten im RAW- Modus hat den Vorteil, dass man noch Bildkorrekturen vornehmen kann, ohne mit einem Qualitätsverlust rechnen zu müssen. Die Kamera wird sich allerdings fast immer in dem Objekt spiegeln und das kann man dann später mit einem Retusche- Verfahren erfolgreich beseitigen.

Strahlend blauer Himmel erscheint auf dem Foto grau

23. März 2009

So manches Urlaubsfoto ist später ein trauriger Anblick, wenn es die eigentliche Sommerstimmung gar nicht wieder gibt, sondern einen verwaschenen grauen Himmel zeigt. Dabei war die Ausgangssituation scheinbar perfekt. Strahlender Sonnenschein, blauer Himmel – einfach ein toller Sommertag.

Um dies zu vermeiden, sollte man folgendes beachten:

  • Nicht um die Mittagszeit fotografieren, denn dann ist das Licht am härtesten. Besser das Fotografieren in die Morgen- oder Nachmittagstunden verlegen.
  • Die Lichtmessung nicht in schattigen Bereichen ausführen, dass führt zur Überbelichtung der helleren Bereiche, besonders des Himmels. Stattdessen die Kamera in einem Mittelwert einmessen lassen.
  • Die Verwendung eines Polfilters lässt die Farben kräftiger erscheinen. Ein blauer Himmel bleibt blau und das Grün der Pflanzen erhält ein frisches sattes Grün, statt eine graugrüne Färbung, wie es oft beim Fotografieren an hellen Tagen vorkommen kann.
  • Statt eines Polfilters kann auch ein blauer Farbverlaufsfilter zum Einsatz kommen. Ein Farbverlaufsfilter ist nicht komplett farbig eingefärbt, sondern wird von oben nach unten hin heller, so dass nur der obere Motivausschnitt, also der Himmel, blau eingefärbt wird.
  • Das was mit dem Farbverlaufsfilter möglich ist, kann auch nachträglich mit einem Bildbearbeitungsprogramm durchgeführt werden. Viele Bildbearbeitungsprogramme haben den Farbverlaufsfilter als Effekt-Tool.

Blätter

Porträtaufnahmen im Freien: Über- oder Unterbelichtung vermeiden

5. März 2009

Bei digitalen Kompaktkameras mit Vollautomatik kennt man das Problem mit der Belichtung. Was kann man dagegen tun, um eine Über- oder Unterbelichtung zu vermeiden?

Die Ausgangssituation:

  • Sommer
  • Sehr heller Tag
  • Blauer Himmel
  • Mittagszeit

Diese Ausgangssituation ist nicht die optimalste, um im Freien Porträtaufnahmen zu machen. Die Mittagszeit mit ihrem sehr hellen Licht, führt fast immer zu Problemen mit der Belichtung, zudem erhält man keine schönen warmen Farbtöne. Deswegen sollte man solche Aufnahmen in die Morgen- oder Nachmittagsstunden verlegen.

Genauso ist davon abzuraten, Porträtaufnahmen im Gegenlicht zu machen oder die Person in die Lichtrichtung zu stellen. Letzteres führt dazu, dass die Person die Augen zusammenkneift und der Gesichtsausdruck ziemlich unentspannt wirkt.

Sind auf dem Foto überbelichtete Stellen zu sehen, wurde die Belichtung in einem schattigen Bereich gemessen. Sind Stellen auf dem Foto unterbelichtet, wurde in helleren Bereichen eingemessen.

Profis würden in solchen Fällen Belichtungsmessungen und die Einstellung der Belichtungszeit manuell vornehmen. Man kann sich aber auch anders behelfen, indem man sich im Motiv einen Gegenstand sucht, der einen mittleren Tonwert hat. Also weder  ganz helle, noch dunklen Bereiche sind geeignet, um eine Messung vorzunehmen. Diesen Gegenstand visiert man an und lässt die Kamera die Belichtungsmessung vornehmen. Dann schwenkt man mit weiterhin gedrückten Auslöser zurück zum gewünschten Motiv und macht das Foto.

Rauschen im Bild verhindern

8. Februar 2009

Bei der digitalen Fotografie bezeichnet man mit dem Bildrauschen Störsignale, die sich über den Bildinhalt legen. Dieses unerwünschte Rauschen kann durch verschiedene Faktoren beeinflusst werden. So rauscht ein kleiner Sensor mehr als ein großer. Auch die Pixeldichte kann bei kleinen Sensoren Probleme bereiten, wenn die Pixel nur einen geringen Abstand zueinander haben. Ebenso haben die Signalverarbeitung und Belichtungsdauer Einfluss auf das Bildrauschen.

Hier werden nun 6 Tipps gegeben, wie man das Bildrauschen vermeiden kann.

  1. Schon beim Kauf einer Digitalkamera sollte man sich überlegen, eventuell eine Digitale Spiegelreflexkamera anzuschaffen. Im Gegensatz zu Kompaktkameras haben sie einen wesentlich größeren Sensor und somit auch größere Pixel. Diese beiden Eigenschaften verringern das Bildrauschen schon im Vorfeld.
  2. Tipp 2 bezieht sich auf das Senken der ISO-Werte. Bei Freihand-Aufnahmen ist man zwar mit höheren ISO-Werten und kurzen Belichtungszeit auf der sicheren Seite. Aber wenn ISO 800 für eine Aufnahme ausreicht, benötigt man beispielsweise kein ISO 1.600. Je höher der ISO-Wert, um so stärker ist das Bildrauschen. ISO-Werte über 400 sollte man wenn möglich vermeiden.
  3. Das Motiv hell belichten ist ein nächster Tipp, um das Rauschen zu vermeiden. Das Histogramm kann dabei eine wertvolle Hilfe sein. Auf diesem sollte ein deutliches Übergewicht auf der rechten Seite vorhanden sein. Man mag denken, dass man ein zu dunkles Foto auch nachträglich am PC bearbeiten kann, doch beim Aufhellen zieht man unweigerlich auch den Rauschpegel mit nach oben. Anders als beim nachträglichen Abdunkeln mit einem Bildprogramm. Hierbei lässt sich sogar der Rauschpegel senken.
  4. Besonders im Sommer sollte man darauf achten, dass die Kamera nicht unnötig der direkten Sonne ausgesetzt ist. Innere Bauteile könnten sich dabei stark aufheizen und beim Fotografieren Bildrauschen verursachen. Im Auto ist Übrigens der kühlste Platz im Handschuhfach.
  5. Spezialsoftware kann ein Foto mit Rauschen noch nachträglich verbessern. Solche Software analysiert das Bildrauschen und sorgt mit Algorithmen dafür, dass das Rauschen nach einer Bearbeitung drastisch reduziert wird. Diese sollte man jedoch nur im „Notfall“ anwenden, da durch diese Behandlung Details verloren gehen.

Was hier noch nicht erwähnt wurde ist, dass das eigentlich unerwünschte Bildrauschen auch kreativ eingesetzt werden kann. Besonders in der Schwarzweiß-Fotografie ist es hin und wieder ein willkommenes Gestaltungsmittel, um Fotos einen dramatischen Touch zu verleihen.

Rauschen ist sehr gut in dunklen Bereichen zu erkennen (Aufnahme mit ISO 1600):

Spielzeugauto

Bildrauschen

Einsatz von Filtern in der Fotografie

7. Februar 2009

Früher waren Filter wichtiger Bestandteil jeder Fotoausrüstung. Wie ist es heute? Vieles was früher mit Filtern gemacht wurde, kann man heutzutage am heimischen PC nachträglich machen.

Sicherlich sind durch Fotosoftware einige Filter so gut wie überflüssig, so z.B. farbige Filter. Auf andere Filter kann man aber trotzdem nicht verzichten, wie z.B. auf den Pol-Filter.

Der Pol-Filter hat die Aufgabe, Spiegelungen an nichtmetallischen Oberflächen, z.B. an Glasscheiben oder auf Wasser zu reduzieren.  Dieser wird besonders bei der Landschaftsfotografie, aber auch in der Produktfotografie benötigt. Der Preis für einen Pol-Filter liegt bei 40-70 Euro und diese Investition lohn sich allemal – auch für den Anfänger. Bei Landschaftsaufnahmen am Wasser, reduziert der Pol-Filter nicht nur Spiegelungen, sondern intensiviert auch gleichzeitig die Farben. Jeder kennt die Art von Fotos, bei denen der Himmel ausgeblichen ist und das Grün der Pflanzen blass und gräulich erscheint. Mit einem Pol-Filter sind Aufnahmen wie Postkartenmotive möglich und das ohne nachträgliche Bearbeitung durch Software.

Der Graufilter ist ebenfalls ein Filter, der bei schwierigen Lichtverhältnissen für bessere Fotos sorgt. So z.B. bei sehr hellen Lichtverhältnissen. Er verringert die Lichtmenge und verlängert somit die Belichtungszeit. Besonders bei der Wasser- und Naturfotografie ist sein Einsatz unentbehrlich. Er verringert die Kontrastunterschiede zwischen Himmel und dunklen Vordergründen. Daneben bildet er z.B. das Fließen eines Baches auch bei großer Helligkeit deutlicher ab.

Farb- und Farbverlaufsfilter zählen zu den Effektfiltern. Ob man diese unbedingt benötigt, kann man nach eigenem Ermessen entscheiden. Solche Effekte lassen sich tatsächlich auch nachträglich mit einem Bildprogramm erzielen. Wer aber auf den Einsatz von Software verzichten möchte, kann mit diesen Filtern besondere Effekte erzielen. So können damit z.B. Sonnenuntergänge nachgeahmt  oder Motiven einen künstlichen Farbton verliehen werden.

Lektion 4 – Belichtung

2. Februar 2009

Was erwartet sie in Lektion 4?

Lektion 3 hat Ihnen gezeigt, wie Sie über die Blende, die Verschlusszeit und deren Zusammenspiel, die Lichtmenge kontrollieren. Die entscheidende Frage ist aber doch, woher weiß man eigentlich die korrekte Lichtmenge?

Ziel dieser Lektion ist es daher, ihnen das Ermitteln der geeigneten Belichtung zu vermitteln. Sie werden eine Ihrer Hände benötigen (keine Angst, sie bleibt dran), eine Graukarte, vielleicht auch mal ein Histogramm und eventuell ein Blitzgerät.

Auch tagsüber sind alle Katzen grau!

Wenn es darum geht, die Lichtintensität zu messen, dann können Sie dafür natürlich ihre Kamera nutzen. Leider gibt es bei der Belichtungsmessung mittels Kamera ein ganz großes Problem, denn die liegt oft ganz falsch. Ein Herstellerfehler? Sollten Sie die Kamera umtauschen? Nein, die haben sich schon etwas dabei gedacht. Sie werden sehen- und verstehen!

Üblicherweise messen Kameras Licht, das von einer Szene oder Gegenstand reflektiert wird, durch die Linse (im englischen ist es TTL „Through The Lense). Allerdings benötigt der Lichtsensor, auf den das Licht, nachdem es durch das Objektiv gelangt ist, einen Referenzwert. Sonst fehlt die Information, ob das einfallende Licht hell bzw. dunkel bedeutet.

Dieser Referenzwert bezieht sich auf einen Grauton, der zwischen ganz weiß und schwarz liegt und der exakt 18 Prozent einer auffallenden Lichtmenge reflektiert.

Da das nun für die Kamera das Maß aller Dinge ist, diesen Mittelwert anzugeben, wird alles dazu in Relation gesetzt – mit drastischen Auswirkungen.

Betrachten Sie bitte einmal die beiden Fotos.
Karton: schwarz vs. weiß
Karton: schwarz vs. weiß

Können Sie mir sagen, welches davon das Foto von einem weißen bzw. schwarzen Karton ist? Verstehen Sie jetzt das Problem. Aufgrund der Eichung, wird jede, wirklich jede Kamera versuchen, ein Motiv auf diesen Mittelwert zu bringen und entsprechend eine Belichtung (Kombination aus Blende und Verschlusszeit) vorgeben.

Wenn man es weiß, kann man damit wunderbar arbeiten. Sie können sich, nein, Sie sollten sich eine Graukarte zulegen. Eine Graukarte ist meistens ein Karton, der mit einem Grauton beschichtet wurde, der eben genau die erwähnten 18% Licht reflektiert.

Bevor Sie nun den Auslöser betätigen, halten sie die Graukarte zwischen Motiv und Kamera und achten Sie darauf, dass die Karte im selben Lichtverhältnis wie das Motiv ist. Sie erhalten so eine Belichtungsmessung, mit der Sie optimal arbeiten können.

Alternativ geht auch Ihre Hand. Genauer gesagt die Handinnenfläche. Unabhängig von Hautfarbe oder Geschlecht, ist die Handinnenfläche der meisten Menschen cirka eine Blende heller als Grauton-Mittelwert. Messen Sie mit Ihrer Handinnenfläche und korrigieren Sie dann um eine Blende (Sie brauchen mehr Licht, denn die Hand macht der Kamera vor, es sei auch mehr Licht vorhanden).
Hand als Graukarte

Hand als Graukarte

HINWEIS: Wenn Sie bei der Belichtung ganz sicher gehen wollen, dann verwenden Sie Belichtungsreihen. Viele Kameras bieten diese Funktion, bei der die Kamera zusätzlich die nächsten Fotos über- bzw. unterbelichtet (je nachdem, was Sie vorgeben).

Es sollte keine Routine werden, aber bevor Sie eine schlecht belichtete Aufnahme von dem Ungeheuer von Loch Ness bei GEO einreichen, sicherlich eine gestattete Vorgehensweise.

Eigentlich können Sie alles als „Graukarte“ verwenden, Sie müssen sich lediglich merken, um wie viele Blenden Sie anschließend korrigieren müssen.

Blendenkorrektur

Blendenkorrektur

Anvisieren und Abdrücken!

Die überwiegende Zahl der Kameras bietet dem Fotografen drei Optionen, um die Belichtungsmessung vorzunehmen: Matrix, Mittenbetont, Spot. Schauen wir einmal, was sich dahinter verbirgt und warum es diese Drei gibt.

Matrix:

In dieser Einstellung berücksichtigt die Kamera nahezu das ganze Bildfeld.

Zu verwenden, wenn sich die Lichtbedingungen schnell ändern, die Farben sehr gemischt sind oder Sie ein Blitzgerät verwenden wollen.

Mittenbetont:

Auch hier wird das ganze Bildfeld vermessen, aber der Schwerpunkt wird auf den zentralen Bereich des Bildfeldes gelegt.

Am besten wird diese Variante verwendet, wenn das Motiv in diesem Messfeld liegt. Oft bei Porträtaufnahmen mit Blitzgerät. Aber ganz offen gesagt, finde ich das mittenbetonte Messen überflüssig und bevorzuge dann doch die Messung mit

Spot:

Die Kamera hat dabei einen zentralen kreisrunden Messbereich, der etwa 2-3% der Bildfläche ausmacht.

Wenn Sie nur einen ganz bestimmten Bereich Ihres Bildfeldes vermessen wollen, sollten Sie diese Variante wählen. Ideal, wenn Sie eine Graukarte messen oder einen sonstigen Mittelton, egal ob nah oder fern.

Messfelder im Vergleich

Messfelder im Vergleich

Messfelder im Foto

Messfelder im Foto

Histogramm oder schneller sein?

An für sich sind Histogramme, die nahezu schon ein Standard bei digitalen Kameras sind, eine feine Sache, denn sie zeigen die Belichtung eines Fotos.

Es gibt i.d.R. drei Bereiche und je nachdem, wie sich das Balkenhistogramm darstellt, kann man daraus ersehen, ob ein Bild über- oder unterbelichtet ist. Ein korrekt belichtetes Bild zeichnet sich dann dadurch aus, dass sich der „Hügel“ mittig des Histogramms, also zwischen den Schatten- und Lichterbereichen befindet. Sollte sich dieser Hügel zu sehr auf der Schattenseite (links) befinden, ist das Bild unterbelichtet. Bei einer Überbelichtung rückt der Hügel stark nach rechts, zur Lichterseite hin.

Die andere, traditionellere Variante, ist die Belichtungsskala. Striche und Plus-/Minuszeichen helfen einem, den richtigen Belichtungswert zu finden.

Histogramm

Histogramm

Bevor Sie sich aber mit den Balkenhistogrammen beschäftigen, lernen Sie lieber den sicheren Umgang mit der Belichtungsskala, denn diese hat mehrere Vorteile: Sie wird im Sucher eingeblendet, sie erkennen gleich, wie viel Blendenwerte sie vom Mittelton abweichen (können dann schnell korrigieren) und sie verbraucht weniger Strom, da Sie nicht, wie beim Histogramm, auf den LCD-Monitor angewiesen sind.

Zudem ist jedes Histogramm anders und für den Anfänger zu viel an Information. Nachher, für eine eventuelle Nachbearbeitung besser, aber eigentlich wollen wir ja nicht nur hinter dem Rechner sitzen …

Manchmal gibt es mehr als nur ein Weiß

Wer schon einmal versucht hat, eine Wand mit weißer Farbe unterschiedlicher Hersteller zu streichen, weiß, dass es nicht nur einen Weißton gibt. Um Farben realistischer darzustellen, bieten Digitalkameras eine Korrekturmöglichkeit durch den Weißabgleich.

Tageslicht, Kunstlicht und Blitz lassen jeweils Farben unterschiedlich wirken. So gab es z.B. spezielle Diafilme, die extra für Kunstlicht entwickelt worden waren, sonst hätten bei einem normalen Diafilm die Dias alle einen bräunlichen Farbstich gehabt.

Heute können Sie in ihrem Kameramenü die entsprechende Auswahl (Automatisch, Kunstlicht, Leuchtstofflampe, Direktes Sonnenlicht, Blitz, Bewölkter Himmel, Schatten) treffen.

Weißabgleiche

Weißabgleiche

HINWEIS: Mit einer Graukarte können Sie auch einen Weißabgleich vornehmen. Die Farbtemperaturen werden dabei exakter ermittelt, als z.B. mit einem weißen Blatt Papier, denn die enthalten oft Aufheller.

Segen und Fluch zugleich: Der Blitz

Einige Fotografen lehnen es kategorisch ab, andere wiederum möchten nicht mehr darauf verzichten. Die Rede ist von einem Blitzgerät.

Ich selbst versuche den Blitz so selten wie möglich einzusetzen, daher werde ich das Thema auch nur anschneiden. Ansonsten müsste ich wohl einen komplett neuen Kurs nur rund ums Blitzen entwickeln …

Der Segen ist sicherlich, dass Sie Ihre eigene Lichtquelle mit sich führen können (viele Kameramodelle haben ja sogar einen eingebauten Blitz). Sie sind sozusagen unabhängiger von dem natürlichen Licht. Aber der Fluch ist ganz häufig, dass Fotos, die mit einem Blitz aufgenommen wurden, nicht mehr natürlich wirken. Grelles Licht und zu starke Schlagschatten wirken nun mal nicht schön.

Die Kunst der Blitzfotografie ist es, ein Foto zu machen, auf dem der Blitzeinsatz nicht offensichtlich ist.

Jetzt muss man allerdings den führenden Herstellern von Blitzgeräten einräumen, dass sich sehr viel auf dem Sektor getan hat. Die eingebauten Blitze, als auch die externen Blitze sind so gut auf die Kameras abgestimmt, dass die lästige Rechnerei aus früheren Zeiten wegfällt.

Fliegenfischerporträt: mit/ohne Blitz

Fliegenfischerporträt: mit/ohne Blitz

HINWEIS: Wenn möglich, blitzen Sie ihr Motiv nie direkt von vorne an. Das Blitzlicht sollte das Umgebungslicht in seiner Helligkeit nicht übertreffen. Um harte Schatten zu vermeiden, versuchen Sie mit Diffusern zu arbeiten (Kunststoffabdeckungen, die auf den Blitzreflektor gesteckt werden) oder indirekt zu belichten (z.B. den Blitzreflektor so neigen, dass er erst gegen eine größere Fläche blitzt).

Holzfiguren: Belichtungsvarianten

Holzfiguren: Belichtungsvarianten

Holzfiguren: Belichtungsvarianten

Holzfiguren: Belichtungsvarianten

Jetzt Sie! – Aufgaben

Machen Sie mehrere Aufnahmen von einem Motiv, wobei Sie sich zuerst auf die Matrix-, Integral- und Spotmessung verlassen. Anschließend nutzen sie eine Graukarte oder ihre Hand, um die korrekte Belichtung zu ermitteln.

Erstellen Sie eine Belichtungsreihe, bei der Sie von der eigentlichen Messung (mit Graukarte o.ä.) um 0.5 Blendenwerte nach oben und unten abweichen. Gefallen Ihnen die unter- bzw. überbelichteten Fotos evtl. besser?

Um ein wenig mit der „Weiß-Balance“ vertrauter zu werden, nehmen Sie ein weißes Objekt und fotografieren es unter den verschiedensten Lichtbedingungen (Glühlampe, Neonlicht, Tageslicht, Schatten etc.). Probieren Sie auch die Einstellungen für den Weißabgleich ihrer Kamera aus, indem Sie bei gegebener Lichtquelle die WB-Einstellungen an ihrer Kamera ändern (siehe Beispiel mit der Gummiente).

Lektion 3 – Belichtung

Lektion 5 – Objektive

Fotokurs zum Download

Lektion 3 – Belichtung

29. Januar 2009

Was erwartet sie in Lektion 3?

Die ersten beiden Lektionen haben Sie mit der Komposition eines Bildes vertraut gemacht und wie Sie an die Motivsuche herangehen. Für die optimale Umsetzung in ein gelungenes Bild fehlt nur noch die korrekte Belichtung.

Wie viel Licht auf den Sensor gelangt, bestimmen Sie durch wenige Parameter, die ich ihnen hier vorstellen möchte und vor allem deren Zusammenhänge. Ihnen werden die Begriffe Blende, Verschluss oder auch Tiefenschärfe begegnen und noch viel besser – am Ende wissen sie was sich dahinter verbirgt. Mehr noch, sie werden das neu erworbene Wissen gezielt einsetzen können. Bestimmt!

Es ward Licht – doch sie kontrollieren es!

Eigentlich ist Fotografieren ganz, ganz einfach. Zumindest die Physik dahinter. Hat er wirklich Physik gesagt? Hat er, aber kein Grund feuchte Hände zu bekommen. Ich werde Sie nicht mit physikalischen Gesetzen foltern, aber einige grundlegende Zusammenhänge sollten Sie schon verinnerlichen.

In der ersten Grafik ist schematisch der Weg des Lichtes durch das Objektiv auf den Sensor dargestellt. Bevor das Licht aber auf den Sensor trifft, muss es zwei „Kontrollposten“ passieren: Die Blende und den Kameraverschluss.

Lichtweg

Die Blende (in der Grafik rot) ist ein aus Lamellen bestehender Ringverschluss und befindet sich oft am unteren Teil eines Objektivs. Die (meist) 8 Lamellen sind so angeordnet, dass sie eine runde Öffnung ergeben. Wie groß der Durchmesser dieser Öffnung ist, wird durch Drehen am Blendenring bestimmt.

HINWEIS: Einige Objektive, wie z.B. die „G“-Serie von Nikon, besitzen keinen Blendenring mehr und die Blende wird nur noch durch Drehräder am Kameragehäuse eingestellt!

Der Kameraverschluss (in der Grafik grün) ist das zweite Hindernis für das Licht. Dieser Verschluss besteht ebenfalls aus Lamellen und bildet einen kleinen Vorhang vor dem Sensor. Die Verschlusszeiten, also wie lange der Vorhang vor dem Sensor weggezogen bleibt, stellen sie am Kameragehäuse ein.

Durch die Blende und die Verschlusszeit haben Sie die volle Kontrolle über das einfallende Licht. Durch das Verstellen der Blende bestimmen sie die Lichtmenge, die durchgelassen wird. Machen sie die Blendenöffnung weit auf, kann viel Licht einfallen und umgekehrt.
Mit der Verschlusszeit legen sie nun auch noch fest, wie lange eine bestimmte Menge an Licht auf den Sensor treffen soll. Mehr steckt da nun wirklich nicht hinter. Ok, ein bisschen mehr schon, aber dazu kommen wir später noch mal.

Was sagen mir die Zahlen?

Ohne Zahlen geht es nun mal nicht und ehrlich gesagt, machen sie vieles ja auch einfacher. Nehmen wir einmal die Blendenzahlen, die entweder auf dem Objektiv stehen oder zumindest im Kameradisplay angezeigt werden. Wie ätzend wäre es, wenn sie jedes Mal, um die Blendenöffnung zu kontrollieren, das Objektiv abnehmen müssten? Klar, würde kein Mensch machen und wir haben ja die Zahlen.

Im Englischen spricht man auch von f-Stops, denn die Blendenzahl oder auch Blendenwert steht im direkten Verhältnis zur Brennweite des Objektivs (Psst – sollte der Physikunterricht auch Sie nicht beim Schlafen gestört haben: das kleine „f“ steht für Brennweite).

Der Blendenwert ist das Verhältnis zwischen der Brennweite (f) eines Objektivs und dem Durchmesser der Blendenöffnung. Ich mache es mal anschaulicher: Nehmen wir an Sie haben ein Objektiv auf dem 200 mm steht (die Brennweite). Dann ist das die Entfernung vom Sensor zur Linse, wenn auf Unendlich fokussiert wurde. Dabei gehe ich von einer Festbrennweite aus und nicht von einem Zoom-Objektiv. Und es gibt Ausnahmen, aber ich will hier nicht zu technisch werden, bevor Sie mir noch mit dem Kopf auf die Tastatur fallen.

Wenn jetzt der Durchmesser der Blendenöffnung z.B. 50 mm beträgt und Sie nicht in der Zwischenzeit das Objektiv gewechselt haben, dann ergibt 200 geteilt durch 50 gleich 4. Eine Blendenöffnung von 50 mm ist schon recht weit offen und lässt viel Licht durch. Der Blendenwert dazu ist f/4.

Blendenöffnungen im Vergleich

Blendenöffnungen im Vergleich


Anderes Beispiel gefällig? Dasselbe 200er-Objektiv, aber ein Durchmesser von nur noch 6,25 mm (wenig Licht wird durchgelassen). Die dazugehörige Blende ist also f/32.
Aus diesem Beispiel können sie sich auch gleich eine Faustregel ableiten und merken:

Je größer der Blendenwert, desto weniger Licht wird durchgelassen!

Eine typische Blendenwertreihe kann wie folgt aussehen: f/1.4, f/2, f/2.8, f/4, f/5.6, f/8, f/11, f/16, f/22, f/32, wobei diese Reihe so aufgebaut ist, dass sich die Menge des Lichts um das Zweifache ändert, wenn die Blende um einen Wert verstellt wird.

Stellen Sie also Ihre Blende an dem 200er-Objektiv von sagen wir f/4 (50 mm) auf f/5.6 (35.7 mm), so wird nur noch die Hälfte der ursprünglichen Lichtmenge durchgelassen. Hierbei spricht der Fotograf vom „Abblenden“, wenn die Blendenöffnung verkleinert wird.

Stellen sie ihre Blende allerdings von f/4 (50 mm) auf f/2.8 (71.4 mm) ein, dann wird die doppelte Lichtmenge durchgelassen.

Jetzt wird der aufmerksame Leser vielleicht bei sich denken – hä? Die Hälfte von 50mm ist doch 25 mm und nicht 35.7 mm. Sie haben ganz Recht. Hat mich anfänglich auch immer irritiert, aber die Lösung liegt in der Fläche der Öffnung und nicht in deren Durchmesser! Wollten wir die einfallenden Lichtmengen berechnen, müssten wir die Werte der Flächen der Blendenöffnungen berücksichtigen, welche sich zum Quadrat ändern. Ah, ja… Überlassen sie diese Tatsache einfach den Mathematikern, Sie wollen ja auch nicht Rechnen, sondern gute Fotos machen.

Es mag auch auf den ersten Blick verwirrend sein, dass größere Zahlen weniger Licht bedeuten, aber man gewöhnt sich schnell daran. Ich, als bekennender Rechenschwächling, konnte es, dann schaffen Sie es auch!
Blendenzahlen

Blendenzahlen
HINWEIS: Mittlerweile kann man an den Kameras auch Blendenwerte einstellen, die zwischen den oben genannten liegen (z.B. f/2.8, f/3.2, f/3.5, f/4, f/4.5, f/5, f/5.6, f/6.3, f/7.1, f/8, […], f/32). Dieses ermöglicht eine noch feinere Kontrolle über die Lichtmenge.

Vorhang auf!

Kommen wir zum Kameraverschluss bzw. den Verschlusszeiten. Hier gibt es zum Glück nicht viel zu verstehen. Stellen sie die Verschlusszeit auf eine Sekunde ein, dann wird sich der Vorhang für eine Sekunde nicht vor dem Sensor befinden und Licht trifft für diese Zeit ungehindert auf. Stellen sie eine Tausendstelsekunde (1/1000) ein, verkürzt sich die Zeit entsprechend.

Verstellen sie die Verschlusszeit z.B. von 1/2 Sekunde auf 1/4 Sekunde, wird die Lichtmenge halbiert. Stellen sie von 1/2 Sekunde auf 1 Sekunde, so wird die Lichtmenge verdoppelt. Fertig! Das war einfach.

Verschlusszeiten

Verschlusszeiten

Doppelte Lichtkontrolle

Jetzt haben Sie den spannenden Teil erreicht, denn nun folgt der Zusammenhang zwischen Blendenwert und Verschlusszeit.

Angenommen Sie haben die Blende f/4 und eine Verschlusszeit von 1/500 Sekunde eingestellt. Jetzt wollen sie aber viel lieber die Blende f/5.6 nutzen. Warum ist an dieser Stelle vollkommen egal, einfach mal mitspielen. Durch das Abblenden reduzieren sie ja nun die Lichtmenge. Was sollten sie tun, wenn sie aber weiterhin wollen, dass die gleiche Menge an Licht auf den Sensor trifft? Nein, keine weiteren Hilfsmittel oder sonstige Veränderungen der äußeren Parameter werden genehmigt. Genau, sie ändern die Verschlusszeit, so dass nun länger Licht auf den Sensor fallen kann. Da hier die Blende um einen Wert geändert wurde und daher nur noch die halbe Menge an Licht einfällt, verlängern sie entsprechend die Verschlusszeit von 1/500 Sekunde auf 1/250 Sekunde.

Ich denke, sie ahnen schon, worauf das hier hinausläuft. Die Grafik 3c verdeutlicht noch mal den Zusammenhang von Blende und Verschlusszeit.

Blende vs. Zeit
Blende vs. Zeit

Wo Licht, da Schärfe – Schärfentiefe

Mit verschiedenen Blenden-Zeit-Kombinationen können Sie jeweils die gleiche Menge Licht durchlassen. Wäre es dann aber nicht das Unkomplizierteste zu sagen, dass viel Licht immer gut ist und daher wählt man stets eine weit geöffnete Blende (f/2, f/2.8 oder eben die größtmöglichste Blende, die das Objektiv bietet)? Zudem dann auch die Verschlusszeiten sich verkürzen und die Gefahr vor Verwacklungen ebenfalls verringert wird. Leider funktioniert es so nicht.

Ich hatte ja schon weiter oben angedeutet, dass hinter der Blendenfunktion ein wenig mehr steckt, als nur die Lichtkontrolle. Über die Blende bestimmen Sie nämlich eine weitere sehr wichtige Sache: Die Tiefe der Schärfe.

Was soll das sein? Wenn sie mit ihrem Objektiv auf einen Gegenstand fokussieren – ihn „Scharfstellen“ – dann wird alles, was sich in selber Entfernung zum Objektiv befindet, ebenfalls scharf erscheinen. Gegenstände die sich jedoch näher oder weiter entfernt befinden, erscheinen zunehmend unschärfer. Dieser Bereich von Schärfe und dessen Größe bzw. Tiefe wird Schärfentiefe genannt.
grafik_3d

Schärfentiefebereich

Und das ist die Crux an der ganzen Geschichte: Wenn Sie mehr Licht haben wollen, können sie aufblenden, aber dabei geht gleichzeitig Schärfentiefe verloren und manchmal ist es sehr wichtig, diese Schärfentiefe zu haben.

Die Schärfentiefe kann man vorab schon überprüfen, indem man die Abblendtaste betätigt. Dann erscheint im Sucher das Bild genau so, wie es nachher auf dem Sensor festgehalten wird. Allerdings wird sich das Sucherbild verdunkeln, wenn man Blendenwerte größer als f/11 verwendet.

Schärfentiefeserie: Buchenblätter

Schärfentiefeserie: Buchenblätter

Schärfentiefe: Buchenblätter gering vs. groß

Schärfentiefe: Buchenblätter gering vs. groß

HINWEIS: Wenn sie nicht die maximale Schärfentiefe oder eine sehr schnelle Verschlusszeit benötigen, verwenden sie Blendenwerte um f/8 bzw. f/11. Denn die Physik von Objektiven besagt, dass bei den mittleren Blendenwerten die schärfsten Gesamtfotos entstehen.

Ja, natürlich, Sie nutzen schlichtweg längere Verschlusszeiten, um das zu kompensieren, aber oftmals erhalten Sie dann Zeiten, die viel zu lang sind, als das man sie verwacklungsfrei nutzen könnte. Darauf komme ich in einer späteren Lektion auch noch mal zurück. Versprochen.

Halt! Stehen bleiben!

Eine letzte Sache noch, bevor die Lektion endet. Sie schaffen das kleine Stück auch. Seien sie tapfer!

Die Verschlusszeiten lassen gewisse Gestaltungsmöglichkeiten zu, speziell wenn man Bewegungen bzw. Gegenstände in Bewegung fotografiert.

Einmal angenommen, sie besuchen eine Sportveranstaltung und möchten Fotos machen. Besonders die Läufer faszinieren sie. Alles ist eingestellt und sie beginnen, die ersten Fotos zu machen. Kurzer Blick auf das Display und müssen feststellen, dass alle Bilder unscharf sind, zumindest die Läufer. Woran liegt´s?

Sehr wahrscheinlich ist die Verschlusszeit nicht kurz genug. Wirklich schnelle Läufer schaffen über 30 km/h. Das ist sehr schnell. Wenn sie von so einem Läufer ein Bild möchten, auf dem der Läufer selbst scharf zu sehen ist, dann müssen sie seine Bewegung „einfrieren“. Verschlusszeiten kürzer als 1/250 Sekunde werden erforderlich.

Andererseits kann eine gewisse Bewegungsunschärfe aber eben genau dieses Gefühl von Geschwindigkeit vermitteln. Ob Sie nun eine scharfe Aufnahme eines flüchtigen Moments erstellen oder durch leichte Unschärfe Bewegung suggerieren wollen, hängt alleine von Ihrer Intention und Kreativität ab.

Bewegungseinfrierung
Bewegungseinfrierung: Wasserhahn
Bewegungseinfrierung: Wasserhahn

Bewegung: Sportler
Bewegung: Sportler

Jetzt Sie! – Aufgaben

Machen Sie ihre eigene Bildserie, bei der sie zunächst nur die Blende verändern und die Verschlusszeit konstant halten. Anschließend entscheiden Sie sich für eine Blende und verändern nur die Zeit. Achten Sie bei der Veränderung der Blendenwerte darauf, wie sich evtl. der Hintergrund verändert.

Machen Sie drei Fotos, bei denen Sie jeweils die Veränderung der Blende durch die entsprechende Verschlusszeit kompensieren. Wenn Sie also z.B. mit der Kombination f/2.0 und 1/500 Sekunde anfangen, könnten die nächsten beiden Fotos z.B. mit den Kombinationen f/4 und 1/125 Sekunde und f/11 und 1/15 Sekunde gemacht werden. Wichtig ist, dass die Werte möglichst weit auseinander liegen. Alle drei Bilder sollten aber die gleiche Belichtung haben. Ist die Bildwirkung aber immer dieselbe?

Versuchen Sie selbst einmal Bewegung festzuhalten. Ob Sie dabei die Bewegung ganz einfrieren oder sich für das Mitschwenken entscheiden, sei dabei Ihnen überlassen. Im Gegenzug dazu können Sie eine Aufnahme machen, bei der eine längere Verschlusszeit für einen kreativen Effekt sorgt.

Lektion 2 – Sehen lernen

Lektion 4 – Belichtung

Fotokurs zum Download

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