Bildaufbau – das Einzelmotiv und Detailaufnahmen

2. November 2011

Eine Blumenwiese ist in der freien Natur beeindruckend und schön anzusehen. Auf dem Foto erscheint das Motiv jedoch meist nicht so, wie man es selbst gesehen hat. Zu sehen ist dann oftmals nur ein buntes, aber recht flaches Bild, das den Betrachter eher langweilt. Daher ist es sinnvoller, sich auf ein einzelnes Motiv/Objekt zu konzentrieren.

Die folgenden Fotos sind gute Beispiele dafür. Die Schwan-Familie ist zwar in der freien Natur interessant – das Foto selbst wirkt unruhig und lässt keinen bewussten Bildaufbau erkennen. Das zweite Foto zeigt hingegen einen einzelnen Schwan aus der Nähe. Dieses Foto wirkt schon wesentlich runder und ruhiger.

schwan
schwaene

Detailaufnahmen

Üblicherweise wird das komplette Motiv abgebildet. Dazu knipsen die meisten Menschen aus dem Stand heraus – also auf ein kleineres Objekt herunter. Bei Kindern und Tieren sind solche Aufnahmen recht unvorteilhaft. Das folgende Foto wurde aus der Hocke aufgenommen und ist daher schon besser, als wenn der Fotograf aus dem Stand fotografiert hätte. Allerdings wirkt der Hintergrund unruhig und lenkt vom Motiv ab. Auch die Spiegelungen auf dem Panzer stören. Mit einem Stativ und abblendbaren Blitzlicht oder durch die Verwendung eines Diffuser hätten diese vermieden werden können.

schildkroete1

Die nächste Abbildung zeigt nur eine Detailaufnahme vom Kopf der Schildkröte. Da sich kaum einer auf den Boden legt, um sich eine Schildkröte genauer anzusehen, wirkt diese Aufnahme sehr viel spannender. Der Blick bleibt vor allem am Auge des Tieres hängen. Es lohnt sich also, die Dinge einmal aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten.

schildkroete2

Lektion 2 – Sehen lernen

21. Januar 2009

Was erwartet sie in Lektion 2?

Die grundlegende Idee der Bildkomposition kennen sie aus der vorangegangenen Lektion. Allerdings ist das nur die halbe Miete, auf dem Weg zum guten Foto. Sie müssen natürlich noch ein Motiv finden, mit dem sie überhaupt anfangen können zu komponieren. Die erfolgreiche Suche dürfte das Schwierigste sein und trennt, gerade im Profibereich, die Spreu vom Weizen.

Diese Lektion steht voll und ganz im Zeichen der Frage: Wie finde ich ein interessantes Motiv?

Das Auge des Fotografen

Eine Bildkomposition beginnt bei dem Motiv. Aber eines zu finden, ist leichter gesagt als getan bzw. das gefundene Motiv so abzulichten, dass es den Betrachter anzieht.

Bei meinen ersten fotografischen Schritten war ich selbst auch noch sehr unbeholfen. Jedes mal, wenn die Dias aus dem Labor kamen, folgte eine Enttäuschung: Das war nicht so, wie ich es gesehen hatte. Was war hier falsch?

Ganz häufig, wenn wir irgendwo unterwegs sind, sehen wir etwas und denken spontan: Das sieht toll aus! Gesagt und weiter gegangen. Aber wenn sie festhalten möchten, was sie so angesprochen hat, dann bedarf es ein wenig Überlegung.

Meine Fotos wurden besser, als ich anfing, mir jedes Mal eine zentrale Frage zu stellen (habe ich mir von einem Naturfotografen abgeguckt):

Was macht den Gegenstand oder die Szene besonders? Was ist das Besondere?

Ich versuche das einmal an einem Beispiel zu verdeutlichen, aber glauben sie mir, das „Auge des Fotografen“ kommt nicht einfach über Nacht. Es ist – wieder einmal – ein Lernprozess.

Nehmen wir einmal Blumen. Blumen sind schön! Sie ziehen die Kameras magnetisch an und rufen durch ihr Aussehen förmlich: Los – fotografiere mich! Schaut man sich auch einmal in den diversen Fotoforen um, findet man immer wieder Blumen (gerade, wo ich diese Zeilen tippe, nehme ich ein aktuelles Fotomagazin und sehe mir die Gewinner eines Fotowettbewerbs an. Und, was glauben sie, welches war ein oft vertretenes Motiv?).

Anhand von einem Blumenmotiv möchte ich ihnen eine erste Regel für einen besseren fotografischen Blickwinkel nahe bringen:

Machen sie einfach(e) Bilder!

Eine gute Bildkomposition benötigt ein deutliches Motiv, ein klares Thema bzw. ein zentrales Objekt.

Ein nicht vorhandenes, herausgearbeitetes Motiv wirkt kaum auf den Betrachter und er wird sich fragen, warum dieses Foto überhaupt gemacht wurde. Wenn sie nicht wissen, was sie an einem Objekt interessiert hat, werden es sie es auch nicht vermitteln können. Aber ich wollte ja konkreter werden …

Bei mir um die Ecke gibt es eine kleine Parkanlage, wo sich auch ein noch kleiner Garten befindet. Ich hatte kein spezielles Thema im Kopf, sondern wollte mich einfach von dem überraschen lassen, was ich dort evtl. vorfinde.

Mir fielen bei meinem Rundgang schnell die rosa-lilafarbenen Blumen ins Auge. Durch den leicht bewölkten Himmel schienen ihre Farben noch intensiver. In der ersten Lektion ging es nur um den Unterschied zwischen Schnappschuss und Fotografie. Hier gehen wir jetzt einen Schritt weiter.

Lila Blumen
Lila Blumen: Schnappschuss vs. Fotografie

Zuerst ging es mir um die Blumen als Gruppe und habe sie auch als solche fotografiert. Als ich jedoch die Fotosachen wieder in den Rucksack packen wollte und ich am Boden kniete, sah ich diese einzelne Blüte, die nicht so hoch gewachsen war, wie die anderen. Auch wenn die Blumengruppe einen ersten netten Eindruck hinterließ, so wollte ich doch diese einzelne Blüte stärker betonen und ihre Isoliertheit hervorheben.

Daher habe ich bewusst einen Blickwinkel gewählt, der die Blüte umgeben von vielem anderen „Grünzeug“ zeigt.

Lila Blüte
Lila Blüte

Nehmen sie sich Zeit. Noch mehr …

Manchmal sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht. Oder, wie in diesem Beispiel, ein kleines Detail.

Verweilen wir noch ein wenig in diesem Garten und sehen als nächstes schöne weiße Rosen. Zuerst gefiel mir die Schlichtheit dieser weißen Rosen, deren Zentrum nur ein bisschen gelbe Blütennarben und –stempel zeigen. Ich machte mein Foto und betrachtete das Ergebnis. Zuerst war ich auch zufrieden, aber irgendwie wurde ich das Gefühl nicht los, etwas übersehen oder zumindest nicht gut dargestellt zu haben.

Daher ging ich am nächsten Tag wieder hin, betrachtete mir die einzelnen Blüten. Nah, ganz nah. Und dann fielen die Schuppen plötzlich von den Augen: Die Wassertropfen! Auf einigen der Blüten befanden sich Wassertropfen auf den Blütenblättern. Ich habe mir das Stativ so eingestellt, dass ich genau auf „Augenhöhe“ mit einer Blüte war und habe mich bei der Komposition auf die Tropfen konzentriert.

Weiße Blüte vs. Blütenblätter

Weiße Blüte vs. Blütenblätter

HINWEIS: Nehmen sie sich viel Zeit. Schauen sie sich ihr Motiv von allen Seiten und allen Winkeln an. Fokussieren sie – im wahrsten Sinne des Wortes – auf den Teil, den sie wirklich betont haben möchten.

Es ist nie zu spät!

Die Fotografie ist ein wunderbares Medium, wenn es darum geht um aus seinen Fehlern zu lernen. Heben sie ruhig Bilder auf, die ihnen nicht zusagen. Legen sie diese zur Seite und holen die Bilder bei Bedarf wieder vor. Seien sie kritisch und versuchen kann klar zu formulieren, warum ein Bild nicht gelungen erscheint (das ist sozusagen der umgekehrte Prozess einer Bildkomposition).

Sehen sie sich das Bild dieser Pilzgruppe an. Mir war diese Gruppe zuerst gar nicht aufgefallen, bis ich darauf hingewiesen wurde. So, wie sie dort auf dem moosbewachsenen Baumstamm wuchsen, das hatte was. Ich machte mich an die Bildkomposition und drückte ab.
Pilzgruppe

Pilzgruppe

Leider habe ich mir nicht wirklich viel Zeit gelassen, denn dann wäre mir es möglich gewesen, noch vor Ort das Foto optimaler zu gestalten. Was mich stört? Was würde sie an diesem Bild stören? Welches Bildelement gehört ihrer Meinung nach geändert?

Für mich ist es der Hintergrund. Zum einen habe ich dort diese hellen Grüntöne, durch Blätter, die in der Sonne stehen. Dann habe ich aber auch diesen langen dunklen Balken, der ein Baumstamm im Schatten ist, und der sich auch noch diagonal durch das Bild zieht. Dadurch sieht der Hintergrund nicht nur zu dunkel aus, er ist einfach vieeeeeel zu unruhig. Auch geht ein wenig von der Plastizität der Pilzgruppe verloren.

Viel ärgerlicher ist eigentlich die Tatsache, dass ich weiß, dass ich es hätte optimieren können. Dazu wäre nur nötig gewesen, das Stativ so aufzubauen, das wesentlich mehr bzw. nur noch Laub den Hintergrund ausgefüllt hätte.

Solche nachträglichen Bildbetrachtungen sind sehr hilfreich, wenn man es beim nächsten Mal besser machen will.

HINWEIS: Vereinfachen sie ihr Motiv bzw. die Komposition, wann immer es möglich ist. Viele Bilder verlieren ihre Aussagekraft durch zu viele störende Nebenelemente, die nur vom Hauptmotiv ablenken.

Aus einem anderen Winkel betrachten

Eine kleinere Sache, die aber zum Teil dramatische Veränderungen herbeiführen kann, ist die Wahl des Blickwinkels. Bei vielen Dingen des täglichen Lebens sind wir es gewohnt darauf zu schauen. Wir betrachten sie von oben herab. Daher kann alleine die Wahl eines „ungewöhnlichen“ Bildwinkels schon zu einer Interessensteigerung führen. Löse sie sich einfach von ihrem alltäglichen Sehen …

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Preiselbeeren: Aufsicht vs. Bodenansicht

Lieber hoch oder quer „schießen“?

Eine weitere Frage, die sich bei der Bildgestaltung stellt, ist die nach dem Format. Soll das Motiv besser als Quer- oder Hochformat abgebildet werden?

Auf diese Frage gibt es keine allgemeingültige Pauschalantwort. Der Jesus aus der ersten Lektion wurde hauptsächlich im Hochformat aufgenommen, da die aufrechte Form der Statue dieses schon ein wenig vorgibt. In den anderen Lektionen werden ihnen weitere Hochformatbilder begegnen, doch eigentlich ist es eine Frage des Geschmacks, für welches Format sie sich entscheiden. Wichtig ist zu beachten, welches Format dem Motiv einen stärken Ausdruck verleiht. Manchmal, ja manchmal, haben aber auch beide Formate für ein und dasselbe Motiv ihren Reiz …

Preiselbeeren: Hochformat

Preiselbeeren: Hochformat

Jetzt sie! – Aufgaben

Wählen sie ein Motiv und machen mehrere Aufnahmen aus verschiedenen Abständen und Blickwinkeln. Wählen sie drei Fotos aus, von denen sie meinen, dass diese besonders ansprechend sind und begründen es.

Kramen sie einmal ein älteres Foto, dass ihnen gut gefällt, wo sie aber sagen, dass noch der nötige Schliff fehlt, hervor und besprechen es unter Berücksichtigung der Regeln der Bildkomposition.

Fotografieren sie ein Motiv sowohl im Hoch- als auch Querformat und versuchen dabei den Bildaufbau jeweils optimal zu gestalten.

Lektion 1 – Bildkomposition

Lektion 3 – Belichtung

Fotokurs zum Download

Lektion 1 – Bildkomposition

8. August 2008

Was erwartet sie in Lektion 1 des Fotokurses?

In der ersten Lektion geht es um die kreative Bildgestaltung oder Bildkomposition. Wir haben es alle schon einmal selbst erfahren: Wir sehen ein Foto und denken unmittelbar „Wow – was für ein tolles Bild!“ Ein gutes Bild erkennt man, aber wissen sie auch, warum es ein gutes Bild ist? Hier erfahren sie es. Unweigerlich damit verbunden ist die Frage nach dem Unterschied zwischen Schnappschüssen und großartigen Fotos. Dieser Frage gehen wir ebenfalls in dieser Lektion nach.

Nautilus

Harmonie ist doch nur Mathematik

Keine Sorge, ich werde hier jetzt keinen trockenen Exkurs über Zahlen und Formeln einlegen, doch gibt es einen Mathematiker, welcher im Mittelalter lebte und dessen Wissen auch für sie hochinteressant sein dürfte.

Den Zahlenmeister, den ich meine, hieß Fibonacci und er brachte uns „Goldene Zeiten“. Denn er stellte eine Zahlenfolge auf (3, 5, 8, 13, 21, 34, 55 usw.), bei der sich Aufteilungsverhältnisse ergeben, die der Mensch meist als harmonisch empfindet. Anders ausgedrückt: Der Mensch empfindet die Aufteilung einer Fläche oder Strecke im Verhältnis von etwa 3:5, 5:8, 8:13 usw. als besonders harmonisch.

Diese Erkenntnis nutzten schon Renaissance-Maler für ihre Werke und der „Goldene Schnitt“ entstand als abgeleitete Regel. In Gemälden legten Künstler den wichtigsten Blickpunkt daher dorthin, wo sich die Teilungsachsen des Goldenen Schnitts überkreuzen.

Seitenverhältnisse

Ist das nicht irre? Eine Gesetzmäßigkeit für Harmonie! Dass kann kein Zufall sein, oder? In der Natur finden sich viele Beispiele für dieses harmonische Verhältnis, wie z.B. auch die Windungen einer Nautilus oder sie selbst. Die Verhältnisse der Strecken Scheitel-Bauchnabel und Nabel-Fußsohle (sollten) dem Goldenen Schnitt folgen. Tun sie es nicht, nun ja, dann empfinden andere Menschen das als weniger, tja, ästhetisch …

Nautilusgeometrie

Selbst Psychologen haben den Goldenen Schnitt für sich entdeckt und stellten fest, dass der Mensch Gesichter von anderen Menschen als besonders hübsch empfindet, wenn deren Geometrie (Augenabstand, Nase-Mund-Verhältnis etc.) dem Prinzip des Goldenen Schnitts entspricht. Im Zusammenhang mit der Schönheitschirurgie erhält Goldener Schnitt auch gleich eine ganz andere Bedeutung …

Zerteilen sie ihr Bild

Die meisten ausdrucksstarken Fotos haben daher ihre Hauptelemente an ganz bestimmten Stellen innerhalb des Bildformats (Rahmen) platziert. Sobald sie beginnen darüber nachzudenken, wo sie ein Objekt innerhalb ihres Sucherrahmens positionieren wollen, haben sie mit dem Komponieren des Bildes begonnen. Es ist dabei egal, ob sie wie der japanische Maler Hokusai oder der aus Holland stammende van Gogh mit Farben und Pinsel malen oder zu ihrer Kamera greifen.

Bevor sie nun aber mit einem Taschenrechner bewaffnet losziehen und umständlich ihre Komposition errechnen wollen, stelle ich ihnen die Alltagsvariante des Goldenen Schnitts vor.

Nehmen sie dazu einfach ihr Bildformat und teilen es sowohl in der horizontalen, als auch in der vertikalen in Drittel auf. Sie erhalten so vier Schnittpunkte, an denen sie sich in Zukunft orientieren können. Auch für die alten Meister funktioniert diese Aufteilung.

Hokusai: Welle

van Gogh: Aussäer

Bei einigen Kameras kann man sich sogar eine Aufteilung in Form von Gitterlinien im Sucher anzeigen lassen. Oftmals ist es eine Individualfunktion der Kamera und kann nach Belieben aus- bzw. angeschaltet werden. Wirklich sehr praktisch wenn man es hat.

Um diese Methode der Objektplatzierung für sich optimal zu nutzen, ist es erforderlich, dass Sie lernen Ihr Motiv in Linien zu betrachten. Oftmals sind solche Linien, wie bei einem Horizont, offensichtlich. Manchmal sind diese Linien aber nicht so offensichtlich.

Ich habe mal von einer Methode, um „unsichtbare Linien“ zu erkennen, gelesen und da ich diese ziemlich gut finde, stelle ich sie kurz vor. Kneifen sie bei der Betrachtung eines Motivs einmal die Augen soweit zusammen, bis sie es nur noch schemenhaft erkennen. Durch die Unschärfe verschwimmt das Bild und Schatten und Umrisse treten in den Vordergrund.

Drittelraster

Waldbeeren: mittig, dezentral

Draufhalten oder Fotografieren

Schon alleine das bewusste Komponieren eines Bildes unterscheidet den Schnappschuss von einem guten Foto. Wobei ich jetzt nicht das spontane Knipsen mit Kompaktkameras verteufeln möchte, denn auch diese Variante hat durchaus ihren Reiz.

Aber ein gutes Foto ist ein technisch anspruchsvolles Dokumentieren eines Objekts. Um ein großartiges Foto zu schaffen, gestalten Sie Ihr Bild so, dass das Wesentliche in den Vordergrund rückt und somit die Aussage, die sie mit ihrem Foto treffen möchten.

Als nächstes muss die Belichtung noch stimmen (dazu kommen wir noch in einer der anderen Lektionen), um ein ganz bestimmtes Gefühl zu vermitteln.

Mit einer einfachen Schnappschusskamera ist diesem Anspruch nicht mehr gerecht zu werden. Für die verschiedenen Gestaltungsmöglichkeiten benötigt man schon die verschiedenen Objektive und eine Kamera, die Sie entscheiden lässt, was Sie jetzt z.B. für eine Blende einstellen wollen.

Es gibt eine Anzahl von Dingen, die der Schnappschussfotograf am Anfang sich aneignen muss, um den Wechsel zum ernsthaften (keine Angst, auch als solcher hat man Spaß) Fotografen zu schaffen. Und für etwas, das es Wert ist zu erreichen, investiert man auch gerne Zeit und Anstrengung, denn dessen bedarf es schon.

Weiße Rosen: Schnappschuss vs. Fotografie

Jesusstatue: Schnappschuss vs. Fotografie

Schlechte Bilder sind nicht zu retten

Eine letzte Überlegung noch zu dem, wie ich finde, was einen guten Fotografen auszeichnet. Die Kamera- bzw. Softwarehersteller wollen einen glauben lassen, dass durch die digitalen Möglichkeiten jeder in der Lage ist, atemberaubende Fotos zu schießen. Die Belichtung stimmt nicht? Kein Problem, denn an meinem Rechner kann ich das korrigieren. Der Bildausschnitt muss angepasst werden? Dafür gibt es doch das Freistellungswerkzeug!

Im Ernst, wo wollen sie die Zeit eher verbringen? Vor dem Rechner oder hinter der Kamera? Ich, für meinen Teil, stehe lieber draußen oder zumindest im Studio mit meiner Kamera und fotografiere. Das macht mir wesentlich mehr Spaß.

Es mag vielleicht mal vorkommen, dass man ein oder zwei Bilder nachbearbeiten möchte, aber doch nicht ständig. Der gute Fotograf hat das auch nicht nötig, denn hier stimmt schon alles und um eine Profifotografin zu zitieren: „Entweder ist ein Foto gelungen oder nicht. Ein schlechtes Bild lässt sich auch durch Tricks und Manipulationen nicht retten.“

Jetzt Sie! – Aufgaben

Machen sie zwei Fotos von ein und den selbem Motiv. Für das erste Foto brauchen Sie sich keine Zeit zu lassen und es kann auch freihändig gemacht werden. Für das zweite Foto allerdings lassen Sie sich Zeit und berücksichtigen die Hinweise zum Bildaufbau und wo das Hauptmotiv platziert werden sollte. Erklären Sie, warum Sie sich für den endgültigen Bildaufbau entschieden haben.

Vorwort zum Fotokurs oder: Fotografie macht Spaß!

Lektion 2 – Sehen lernen

Fotokurs zum Download