Bildaufbau – das Einzelmotiv und Detailaufnahmen

2. November 2011

Eine Blumenwiese ist in der freien Natur beeindruckend und schön anzusehen. Auf dem Foto erscheint das Motiv jedoch meist nicht so, wie man es selbst gesehen hat. Zu sehen ist dann oftmals nur ein buntes, aber recht flaches Bild, das den Betrachter eher langweilt. Daher ist es sinnvoller, sich auf ein einzelnes Motiv/Objekt zu konzentrieren.

Die folgenden Fotos sind gute Beispiele dafür. Die Schwan-Familie ist zwar in der freien Natur interessant – das Foto selbst wirkt unruhig und lässt keinen bewussten Bildaufbau erkennen. Das zweite Foto zeigt hingegen einen einzelnen Schwan aus der Nähe. Dieses Foto wirkt schon wesentlich runder und ruhiger.

schwan
schwaene

Detailaufnahmen

Üblicherweise wird das komplette Motiv abgebildet. Dazu knipsen die meisten Menschen aus dem Stand heraus – also auf ein kleineres Objekt herunter. Bei Kindern und Tieren sind solche Aufnahmen recht unvorteilhaft. Das folgende Foto wurde aus der Hocke aufgenommen und ist daher schon besser, als wenn der Fotograf aus dem Stand fotografiert hätte. Allerdings wirkt der Hintergrund unruhig und lenkt vom Motiv ab. Auch die Spiegelungen auf dem Panzer stören. Mit einem Stativ und abblendbaren Blitzlicht oder durch die Verwendung eines Diffuser hätten diese vermieden werden können.

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Die nächste Abbildung zeigt nur eine Detailaufnahme vom Kopf der Schildkröte. Da sich kaum einer auf den Boden legt, um sich eine Schildkröte genauer anzusehen, wirkt diese Aufnahme sehr viel spannender. Der Blick bleibt vor allem am Auge des Tieres hängen. Es lohnt sich also, die Dinge einmal aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten.

schildkroete2

Bildaufbau in der Malerei – Tiefe erzeugen

2. November 2011

Ob in der Malerei oder Fotografie – für die Erzeugung von Tiefe gibt es einfache Grundregeln für den Bildaufbau. Ein Bild sollte dafür in vier Ebenen aufgeteilt sein – in Vordergrund, Mittelgrund, hinteren Mittelgrund und Hintergrund.

Je nach Motiv könnte der Vordergrund durch Personen, einen Baum oder ein Haus herausgearbeitet werden. Ein Weg, eine Wiese oder ähnliches könnte den Mittelgrund bilden. Dem sich ein hinterer Mittelgrund mit Wald, Berge oder eine Landschaft anschließt. Der abschließende Hintergrund ist oftmals der Himmel.

landschaft

Wichtig ist darauf zu achten, dass Gegenstände, die sich im Mittel- oder Hintergrund befinden, stets proportional kleiner gemalt werden müssen, als die, die sich im Vordergrund befinden. Wir erinnern uns an die Würfelzeichnung, die jeder einmal in der Geometriestunde gezeichnet hat. Auch wenn ein realer Würfel gleichlange Seiten hat, so werden die hinten liegenden Seiten auf einer Zeichnung schräg und verkürzt gemalt, um den optischen Eindruck eines dreidimensionalen Würfels zu erzeugen. Nicht anders ist es bei Zeichnungen von Häusern, Straßen und anderen Gegenständen.

Auch wenn es Grundregeln gibt, so kann davon auch abgewichen werden. Statt vier Ebenen, können bei manchen Motiven auch drei ausreichend sein.

Die Diagonale

Neben dem Goldenen Schnitt sollte die Wirkung der diagonalen Linie nicht vernachlässigt werden. Wird ein Bach fotografiert oder gemalt, dann könnte dieser beispielsweise in der linken unteren Bildecke beginnen und sich nach rechts oben durch das Bild schlängeln. Dieser Bildaufbau führt den Blick des Betrachters in das Bild hinein.

Diagonalen

Diagonalen

Auch einzelne Blumen wirken auf Bildern interessanter, wenn der Stil in einer Ecke endet und die Blüte diagonal auf der gegenüberliegenden Seite.

Diagonale Linie

Diagonale Linie

Die folgenden Fotos zeigen ein Motiv, allerdings einmal spontan fotografiert und ohne Beachtung der diagonalen Linie und einmal mit. Daran ist gut zu erkennen, wie ein bewusster Bildaufbau ein Motiv verändert. Auch ist zu sehen, dass die diagonale Linie nicht zwangsläufig bis zur gegenüberliegenden Seite führen muss.

Ohne Diagonale

Ohne Diagonale

Mit Diagonale

Mit Diagonale

Der Goldene Schnitt

Der Goldene Schnitt ist im Grunde eine mathematische Formel. Diese lässt sich in vielen Quellen nachlesen. Hier soll der Goldene Schnitt einmal ganz einfach erklärt werden – denn die meisten wollen malen und nicht rechnen. Dazu stellen wir uns vor, dass wir den Malgrund horizontal in drei gleiche Teile aufteilen und entsprechend Linien ziehen. Danach wird mit der vertikalen Seite ebenso verfahren. Damit sollten nun auf dem Malgrund neun Felder zu sehen sein.

Motivbeispiel: Die oberen drei horizontalen Felder könnten für den Himmel genutzt werden, die mittleren für die Landschaft und die unteren für den Vordergrund. Das Hauptmotiv kann in der Mitte positioniert werden. Allerdings wirkt das Motiv dann weniger spannend, es sei denn, man möchte ein absolutes symmetrisches Bild erreichen, wie es oftmals bei Architekturaufnahmen gemacht wird.

Spannend wird ein Motiv, wenn das Hauptmotiv oder dessen wichtigste Bereich vertikal in den ersten oder letzten Feldern positioniert wird. Die nachfolgende Aufnahme verdeutlicht dieses recht gut. Durch den bewussten Aufbau wird der Eindruck von Bewegung erweckt – das Kind läuft den Strand entlang. Mittig platziert hätte das Foto wesentlich weniger Ausdruck.

Zentriert

Zentriert

Drittel-Lehre

Drittel-Lehre