Rauschen im Bild verhindern

8. Februar 2009

Bei der digitalen Fotografie bezeichnet man mit dem Bildrauschen Störsignale, die sich über den Bildinhalt legen. Dieses unerwünschte Rauschen kann durch verschiedene Faktoren beeinflusst werden. So rauscht ein kleiner Sensor mehr als ein großer. Auch die Pixeldichte kann bei kleinen Sensoren Probleme bereiten, wenn die Pixel nur einen geringen Abstand zueinander haben. Ebenso haben die Signalverarbeitung und Belichtungsdauer Einfluss auf das Bildrauschen.

Hier werden nun 6 Tipps gegeben, wie man das Bildrauschen vermeiden kann.

  1. Schon beim Kauf einer Digitalkamera sollte man sich überlegen, eventuell eine Digitale Spiegelreflexkamera anzuschaffen. Im Gegensatz zu Kompaktkameras haben sie einen wesentlich größeren Sensor und somit auch größere Pixel. Diese beiden Eigenschaften verringern das Bildrauschen schon im Vorfeld.
  2. Tipp 2 bezieht sich auf das Senken der ISO-Werte. Bei Freihand-Aufnahmen ist man zwar mit höheren ISO-Werten und kurzen Belichtungszeit auf der sicheren Seite. Aber wenn ISO 800 für eine Aufnahme ausreicht, benötigt man beispielsweise kein ISO 1.600. Je höher der ISO-Wert, um so stärker ist das Bildrauschen. ISO-Werte über 400 sollte man wenn möglich vermeiden.
  3. Das Motiv hell belichten ist ein nächster Tipp, um das Rauschen zu vermeiden. Das Histogramm kann dabei eine wertvolle Hilfe sein. Auf diesem sollte ein deutliches Übergewicht auf der rechten Seite vorhanden sein. Man mag denken, dass man ein zu dunkles Foto auch nachträglich am PC bearbeiten kann, doch beim Aufhellen zieht man unweigerlich auch den Rauschpegel mit nach oben. Anders als beim nachträglichen Abdunkeln mit einem Bildprogramm. Hierbei lässt sich sogar der Rauschpegel senken.
  4. Besonders im Sommer sollte man darauf achten, dass die Kamera nicht unnötig der direkten Sonne ausgesetzt ist. Innere Bauteile könnten sich dabei stark aufheizen und beim Fotografieren Bildrauschen verursachen. Im Auto ist Übrigens der kühlste Platz im Handschuhfach.
  5. Spezialsoftware kann ein Foto mit Rauschen noch nachträglich verbessern. Solche Software analysiert das Bildrauschen und sorgt mit Algorithmen dafür, dass das Rauschen nach einer Bearbeitung drastisch reduziert wird. Diese sollte man jedoch nur im „Notfall“ anwenden, da durch diese Behandlung Details verloren gehen.

Was hier noch nicht erwähnt wurde ist, dass das eigentlich unerwünschte Bildrauschen auch kreativ eingesetzt werden kann. Besonders in der Schwarzweiß-Fotografie ist es hin und wieder ein willkommenes Gestaltungsmittel, um Fotos einen dramatischen Touch zu verleihen.

Rauschen ist sehr gut in dunklen Bereichen zu erkennen (Aufnahme mit ISO 1600):

Spielzeugauto

Bildrauschen

Einsatz von Filtern in der Fotografie

7. Februar 2009

Früher waren Filter wichtiger Bestandteil jeder Fotoausrüstung. Wie ist es heute? Vieles was früher mit Filtern gemacht wurde, kann man heutzutage am heimischen PC nachträglich machen.

Sicherlich sind durch Fotosoftware einige Filter so gut wie überflüssig, so z.B. farbige Filter. Auf andere Filter kann man aber trotzdem nicht verzichten, wie z.B. auf den Pol-Filter.

Der Pol-Filter hat die Aufgabe, Spiegelungen an nichtmetallischen Oberflächen, z.B. an Glasscheiben oder auf Wasser zu reduzieren.  Dieser wird besonders bei der Landschaftsfotografie, aber auch in der Produktfotografie benötigt. Der Preis für einen Pol-Filter liegt bei 40-70 Euro und diese Investition lohn sich allemal – auch für den Anfänger. Bei Landschaftsaufnahmen am Wasser, reduziert der Pol-Filter nicht nur Spiegelungen, sondern intensiviert auch gleichzeitig die Farben. Jeder kennt die Art von Fotos, bei denen der Himmel ausgeblichen ist und das Grün der Pflanzen blass und gräulich erscheint. Mit einem Pol-Filter sind Aufnahmen wie Postkartenmotive möglich und das ohne nachträgliche Bearbeitung durch Software.

Der Graufilter ist ebenfalls ein Filter, der bei schwierigen Lichtverhältnissen für bessere Fotos sorgt. So z.B. bei sehr hellen Lichtverhältnissen. Er verringert die Lichtmenge und verlängert somit die Belichtungszeit. Besonders bei der Wasser- und Naturfotografie ist sein Einsatz unentbehrlich. Er verringert die Kontrastunterschiede zwischen Himmel und dunklen Vordergründen. Daneben bildet er z.B. das Fließen eines Baches auch bei großer Helligkeit deutlicher ab.

Farb- und Farbverlaufsfilter zählen zu den Effektfiltern. Ob man diese unbedingt benötigt, kann man nach eigenem Ermessen entscheiden. Solche Effekte lassen sich tatsächlich auch nachträglich mit einem Bildprogramm erzielen. Wer aber auf den Einsatz von Software verzichten möchte, kann mit diesen Filtern besondere Effekte erzielen. So können damit z.B. Sonnenuntergänge nachgeahmt  oder Motiven einen künstlichen Farbton verliehen werden.

Lektion 4 – Belichtung

2. Februar 2009

Was erwartet sie in Lektion 4?

Lektion 3 hat Ihnen gezeigt, wie Sie über die Blende, die Verschlusszeit und deren Zusammenspiel, die Lichtmenge kontrollieren. Die entscheidende Frage ist aber doch, woher weiß man eigentlich die korrekte Lichtmenge?

Ziel dieser Lektion ist es daher, ihnen das Ermitteln der geeigneten Belichtung zu vermitteln. Sie werden eine Ihrer Hände benötigen (keine Angst, sie bleibt dran), eine Graukarte, vielleicht auch mal ein Histogramm und eventuell ein Blitzgerät.

Auch tagsüber sind alle Katzen grau!

Wenn es darum geht, die Lichtintensität zu messen, dann können Sie dafür natürlich ihre Kamera nutzen. Leider gibt es bei der Belichtungsmessung mittels Kamera ein ganz großes Problem, denn die liegt oft ganz falsch. Ein Herstellerfehler? Sollten Sie die Kamera umtauschen? Nein, die haben sich schon etwas dabei gedacht. Sie werden sehen- und verstehen!

Üblicherweise messen Kameras Licht, das von einer Szene oder Gegenstand reflektiert wird, durch die Linse (im englischen ist es TTL „Through The Lense). Allerdings benötigt der Lichtsensor, auf den das Licht, nachdem es durch das Objektiv gelangt ist, einen Referenzwert. Sonst fehlt die Information, ob das einfallende Licht hell bzw. dunkel bedeutet.

Dieser Referenzwert bezieht sich auf einen Grauton, der zwischen ganz weiß und schwarz liegt und der exakt 18 Prozent einer auffallenden Lichtmenge reflektiert.

Da das nun für die Kamera das Maß aller Dinge ist, diesen Mittelwert anzugeben, wird alles dazu in Relation gesetzt – mit drastischen Auswirkungen.

Betrachten Sie bitte einmal die beiden Fotos.
Karton: schwarz vs. weiß
Karton: schwarz vs. weiß

Können Sie mir sagen, welches davon das Foto von einem weißen bzw. schwarzen Karton ist? Verstehen Sie jetzt das Problem. Aufgrund der Eichung, wird jede, wirklich jede Kamera versuchen, ein Motiv auf diesen Mittelwert zu bringen und entsprechend eine Belichtung (Kombination aus Blende und Verschlusszeit) vorgeben.

Wenn man es weiß, kann man damit wunderbar arbeiten. Sie können sich, nein, Sie sollten sich eine Graukarte zulegen. Eine Graukarte ist meistens ein Karton, der mit einem Grauton beschichtet wurde, der eben genau die erwähnten 18% Licht reflektiert.

Bevor Sie nun den Auslöser betätigen, halten sie die Graukarte zwischen Motiv und Kamera und achten Sie darauf, dass die Karte im selben Lichtverhältnis wie das Motiv ist. Sie erhalten so eine Belichtungsmessung, mit der Sie optimal arbeiten können.

Alternativ geht auch Ihre Hand. Genauer gesagt die Handinnenfläche. Unabhängig von Hautfarbe oder Geschlecht, ist die Handinnenfläche der meisten Menschen cirka eine Blende heller als Grauton-Mittelwert. Messen Sie mit Ihrer Handinnenfläche und korrigieren Sie dann um eine Blende (Sie brauchen mehr Licht, denn die Hand macht der Kamera vor, es sei auch mehr Licht vorhanden).
Hand als Graukarte

Hand als Graukarte

HINWEIS: Wenn Sie bei der Belichtung ganz sicher gehen wollen, dann verwenden Sie Belichtungsreihen. Viele Kameras bieten diese Funktion, bei der die Kamera zusätzlich die nächsten Fotos über- bzw. unterbelichtet (je nachdem, was Sie vorgeben).

Es sollte keine Routine werden, aber bevor Sie eine schlecht belichtete Aufnahme von dem Ungeheuer von Loch Ness bei GEO einreichen, sicherlich eine gestattete Vorgehensweise.

Eigentlich können Sie alles als „Graukarte“ verwenden, Sie müssen sich lediglich merken, um wie viele Blenden Sie anschließend korrigieren müssen.

Blendenkorrektur

Blendenkorrektur

Anvisieren und Abdrücken!

Die überwiegende Zahl der Kameras bietet dem Fotografen drei Optionen, um die Belichtungsmessung vorzunehmen: Matrix, Mittenbetont, Spot. Schauen wir einmal, was sich dahinter verbirgt und warum es diese Drei gibt.

Matrix:

In dieser Einstellung berücksichtigt die Kamera nahezu das ganze Bildfeld.

Zu verwenden, wenn sich die Lichtbedingungen schnell ändern, die Farben sehr gemischt sind oder Sie ein Blitzgerät verwenden wollen.

Mittenbetont:

Auch hier wird das ganze Bildfeld vermessen, aber der Schwerpunkt wird auf den zentralen Bereich des Bildfeldes gelegt.

Am besten wird diese Variante verwendet, wenn das Motiv in diesem Messfeld liegt. Oft bei Porträtaufnahmen mit Blitzgerät. Aber ganz offen gesagt, finde ich das mittenbetonte Messen überflüssig und bevorzuge dann doch die Messung mit

Spot:

Die Kamera hat dabei einen zentralen kreisrunden Messbereich, der etwa 2-3% der Bildfläche ausmacht.

Wenn Sie nur einen ganz bestimmten Bereich Ihres Bildfeldes vermessen wollen, sollten Sie diese Variante wählen. Ideal, wenn Sie eine Graukarte messen oder einen sonstigen Mittelton, egal ob nah oder fern.

Messfelder im Vergleich

Messfelder im Vergleich

Messfelder im Foto

Messfelder im Foto

Histogramm oder schneller sein?

An für sich sind Histogramme, die nahezu schon ein Standard bei digitalen Kameras sind, eine feine Sache, denn sie zeigen die Belichtung eines Fotos.

Es gibt i.d.R. drei Bereiche und je nachdem, wie sich das Balkenhistogramm darstellt, kann man daraus ersehen, ob ein Bild über- oder unterbelichtet ist. Ein korrekt belichtetes Bild zeichnet sich dann dadurch aus, dass sich der „Hügel“ mittig des Histogramms, also zwischen den Schatten- und Lichterbereichen befindet. Sollte sich dieser Hügel zu sehr auf der Schattenseite (links) befinden, ist das Bild unterbelichtet. Bei einer Überbelichtung rückt der Hügel stark nach rechts, zur Lichterseite hin.

Die andere, traditionellere Variante, ist die Belichtungsskala. Striche und Plus-/Minuszeichen helfen einem, den richtigen Belichtungswert zu finden.

Histogramm

Histogramm

Bevor Sie sich aber mit den Balkenhistogrammen beschäftigen, lernen Sie lieber den sicheren Umgang mit der Belichtungsskala, denn diese hat mehrere Vorteile: Sie wird im Sucher eingeblendet, sie erkennen gleich, wie viel Blendenwerte sie vom Mittelton abweichen (können dann schnell korrigieren) und sie verbraucht weniger Strom, da Sie nicht, wie beim Histogramm, auf den LCD-Monitor angewiesen sind.

Zudem ist jedes Histogramm anders und für den Anfänger zu viel an Information. Nachher, für eine eventuelle Nachbearbeitung besser, aber eigentlich wollen wir ja nicht nur hinter dem Rechner sitzen …

Manchmal gibt es mehr als nur ein Weiß

Wer schon einmal versucht hat, eine Wand mit weißer Farbe unterschiedlicher Hersteller zu streichen, weiß, dass es nicht nur einen Weißton gibt. Um Farben realistischer darzustellen, bieten Digitalkameras eine Korrekturmöglichkeit durch den Weißabgleich.

Tageslicht, Kunstlicht und Blitz lassen jeweils Farben unterschiedlich wirken. So gab es z.B. spezielle Diafilme, die extra für Kunstlicht entwickelt worden waren, sonst hätten bei einem normalen Diafilm die Dias alle einen bräunlichen Farbstich gehabt.

Heute können Sie in ihrem Kameramenü die entsprechende Auswahl (Automatisch, Kunstlicht, Leuchtstofflampe, Direktes Sonnenlicht, Blitz, Bewölkter Himmel, Schatten) treffen.

Weißabgleiche

Weißabgleiche

HINWEIS: Mit einer Graukarte können Sie auch einen Weißabgleich vornehmen. Die Farbtemperaturen werden dabei exakter ermittelt, als z.B. mit einem weißen Blatt Papier, denn die enthalten oft Aufheller.

Segen und Fluch zugleich: Der Blitz

Einige Fotografen lehnen es kategorisch ab, andere wiederum möchten nicht mehr darauf verzichten. Die Rede ist von einem Blitzgerät.

Ich selbst versuche den Blitz so selten wie möglich einzusetzen, daher werde ich das Thema auch nur anschneiden. Ansonsten müsste ich wohl einen komplett neuen Kurs nur rund ums Blitzen entwickeln …

Der Segen ist sicherlich, dass Sie Ihre eigene Lichtquelle mit sich führen können (viele Kameramodelle haben ja sogar einen eingebauten Blitz). Sie sind sozusagen unabhängiger von dem natürlichen Licht. Aber der Fluch ist ganz häufig, dass Fotos, die mit einem Blitz aufgenommen wurden, nicht mehr natürlich wirken. Grelles Licht und zu starke Schlagschatten wirken nun mal nicht schön.

Die Kunst der Blitzfotografie ist es, ein Foto zu machen, auf dem der Blitzeinsatz nicht offensichtlich ist.

Jetzt muss man allerdings den führenden Herstellern von Blitzgeräten einräumen, dass sich sehr viel auf dem Sektor getan hat. Die eingebauten Blitze, als auch die externen Blitze sind so gut auf die Kameras abgestimmt, dass die lästige Rechnerei aus früheren Zeiten wegfällt.

Fliegenfischerporträt: mit/ohne Blitz

Fliegenfischerporträt: mit/ohne Blitz

HINWEIS: Wenn möglich, blitzen Sie ihr Motiv nie direkt von vorne an. Das Blitzlicht sollte das Umgebungslicht in seiner Helligkeit nicht übertreffen. Um harte Schatten zu vermeiden, versuchen Sie mit Diffusern zu arbeiten (Kunststoffabdeckungen, die auf den Blitzreflektor gesteckt werden) oder indirekt zu belichten (z.B. den Blitzreflektor so neigen, dass er erst gegen eine größere Fläche blitzt).

Holzfiguren: Belichtungsvarianten

Holzfiguren: Belichtungsvarianten

Holzfiguren: Belichtungsvarianten

Holzfiguren: Belichtungsvarianten

Jetzt Sie! – Aufgaben

Machen Sie mehrere Aufnahmen von einem Motiv, wobei Sie sich zuerst auf die Matrix-, Integral- und Spotmessung verlassen. Anschließend nutzen sie eine Graukarte oder ihre Hand, um die korrekte Belichtung zu ermitteln.

Erstellen Sie eine Belichtungsreihe, bei der Sie von der eigentlichen Messung (mit Graukarte o.ä.) um 0.5 Blendenwerte nach oben und unten abweichen. Gefallen Ihnen die unter- bzw. überbelichteten Fotos evtl. besser?

Um ein wenig mit der „Weiß-Balance“ vertrauter zu werden, nehmen Sie ein weißes Objekt und fotografieren es unter den verschiedensten Lichtbedingungen (Glühlampe, Neonlicht, Tageslicht, Schatten etc.). Probieren Sie auch die Einstellungen für den Weißabgleich ihrer Kamera aus, indem Sie bei gegebener Lichtquelle die WB-Einstellungen an ihrer Kamera ändern (siehe Beispiel mit der Gummiente).

Lektion 3 – Belichtung

Lektion 5 – Objektive

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