Lektion 5 - Objektive

17. August 2009

Was erwartet Sie in Lektion 5?

Diese Lektion verschafft Ihnen einen Überblick über die Flut von Objektiven und erläutert die Unterschiede. Weitwinkel-, Tele-, Makro- und Zoom-Objektive werden beschrieben und Beispiele für ihren optimalen Einsatz gegeben.

Ich sehe was, was du nicht …

Auch wenn manche vielleicht es anders sehen, aber das Objektiv ist der wichtigste Ausrüstungsgegenstand eines Fotografen. Ein gut funktionierendes Objektiv, das zugleich eine hervorragende Schärfe liefert, werden sie spätestens dann zu schätzen wissen, wenn die Qualität ihrer Bilder (Komposition!) sich verbessert, aber nicht die optische Bildqualität.

Ein wirklich gutes Objektiv zeichnet sich durch eine robuste und spielfreie Mechanik aus. Hinzu kommt, dass bei den hochwertigen Objektiven zudem noch spezielle Linsen zum Einsatz kommen, die besonders oberflächenvergütet sind.

Sicher, die Anschaffung eines oder gleich mehrerer Objektive ist kostspielig, aber sind es doch wert, wenn man daran ernsthaft interessiert ist, die bestmöglichen Fotos zu machen.

Ein Blick in einen regulären Händlerkatalog verdeutlicht die heutige Vielfalt: 32 verschiedene Objektive. Für jeden etwas dabei. Für welches sie sich letztendlich entscheiden, hängt davon ab, was sie bevorzugt fotografieren möchten. Ich stelle ihnen nachfolgend die Objektivtypen vor. Nachher kaufen sie noch alle 32 Objektive …

Weitwinkel-Objektiv

Das menschliche Auge sieht wie mit einem 50er Objektiv, also einem Objektiv der Brennweite 50 mm. In der Tat entsprechen Fotos, die mit solch einer Brennweite aufgenommen wurden, dem eigenen Sehempfinden.

Alle Objektive, deren Brennweite darunter liegen, werden als Weitwinkel-Objektive bezeichnet. Eine ganz klassische Brennweite ist z.B. 24 mm.

Weitwinkel-Objektive werden bevorzugt in der Landschaftsfotografie eingesetzt. Aber auch Gruppenaufnahmen lassen sich damit umsetzen.

Weitwinkel eignen sich besonders dann, wenn Sie möglichst viel einer Umgebung mit ins Bild einbeziehen möchten. Allerdings gibt es einen kleinen Nachteil: Je größer der Bildwinkel wird, desto mehr werden in den Randbereichen Linien gekrümmt. Besonders extrem ist dieser Effekt bei den so genannten „Fisheye“-Objektiven (um die 10 mm). Allerdings setzen viele Fotografen diese Verzeichnung auch gerne als gestalterisches Mittel ein. Ein Fisheye sollte aber nicht zwingend auf ihrer Liste ganz oben stehen.

Weitwinkelaufnahme: Flusslandschaft

Weitwinkelaufnahme: Flusslandschaft

Tele-Objektive

Um ein Tier besonders formatfüllend abzulichten oder die Distanz zu einem Sportler zu überbrücken, ohne gleich auf das Spielfeld zu rennen, setzt man ein Tele-Objektiv ein. Die Brennweiten reichen dabei in der Regel von 70 bis 800 mm. Wobei letztere Brennweite Objektive hervorbringt, die fast 5 Kilogramm wiegen und mehrere tausend Euro kosten.

Mit einem „Tele“ holt man sich nicht nur sein Motiv nah ran, man eliminiert auch gleichzeitig störende Elemente links, rechts, vor und hinter dem Hauptmotiv. Denn der Bildwinkel verkleinert sich, je größer die Brennweite wird.

Den Effekt der Verzeichnung, der so typisch für die Weitwinkel-Objektive ist, kann durch ein Tele eliminiert werden. Sollte man vielleicht im Hinterkopf behalten, wenn man sein Hauptaugenmerk auf Architektur gelegt hat. Wer noch einen Schritt weitergehen will, dem seien die PC-Objektive ans Herz gelegt, wenn es gilt, stürzende Linien zu beseitigen. „PC“ steht für das englische Perspective Control (Perspektivenkontrolle) und weist darauf hin, dass mit diesen speziellen Objektiven, die man in sich quer verschieben kann, Linien nahezu parallel dargestellt werden können.

Tele: Uhu

Tele: Uhu

Makro-Objektiv

Der Teufel, nein, die Schönheit steckt oft im Detail. Um kleine Dinge groß raus zu bringen, dafür benötigen sie ein Objektiv, mit dem sie gaaaaanz nah an das Motiv können. Ein echtes Makro-Objektiv lässt sie einen Gegenstand in seiner natürlichen Größe auf den Sensor bannen.

Mittlerweile reichen die Brennweiten bei den „Makros“ von 50 mm bis 200 mm. Auch hier gilt, dass der Bildwinkel umso größer ist, umso kleiner die Brennweite wird. Mit einem 50er Makro können sie z.B. einen Frosch ganz groß fotografieren und haben gleichzeitig noch die Möglichkeit, sein natürliches Umfeld mit ins Bild mit einzubeziehen. Mit einem 200er Makro machen sie die gleiche Aufnahme vom Frosch, aber jetzt würden sie ihn durch den kleineren Bildwinkel freistellen.

Ach ja, bei dem 200er können sie auch mehr Abstand halten. Nicht unwichtig wenn es um Fluchtdistanzen (ab wann z.B. flieht ein Tier) oder gefährlichere Tiere als ein Frosch geht.

Sicherlich eine Frage des Geschmacks, aber auch die des Geldbeutels, denn das 200er Makro wird rund dreimal mehr kosten, als das 50er Makro.

Spinnennetz mit Wassertropfen

Spinnennetz mit Wassertropfen

HINWEIS: Objektive mit einer kleineren bzw. kürzeren Brennweite haben eine größere Schärfentiefe, als Objektive mit größeren bzw. längeren Brennweiten.

Zoom-Objektiv

Die steigende Zahl an Zoom-Objektiven beweist es, sie sind beliebter als je zuvor. Ein Zoom vereint schlichtweg mehrere Festbrennweiten in einem Objektiv. Anstelle eines 24ers, eines 50ers, eines 180ers Makro und eines 300ers (das volle Programm: Weitwinkel, Standard, Makro und Tele), nehmen sie nur noch ein 28-300 Makro-Zoom-Objektiv mit. Ist das nicht fantastisch? Ja und Nein.

Die Vorteile „wiegen“ auf der Hand, denn sie tragen definitiv weniger Gewicht mit sich (4 Objektive = 3200 g oder 1 Objektiv = 400 g). Und die Anschaffungskosten sind auch viel geringer.

Jetzt zum ABER. Obwohl die Qualität der Zoom-Objektive über die letzten 20 Jahre (So lange fotografiere ich schon? – ich muss wohl alt sein…) kontinuierlich verbessert hat, stellen sie doch nur einen Kompromiss dar. Es mag verständlich sein, dass, wenn man noch mehr Linsen hintereinander packt, die Qualität darunter leiden muss. Außerdem steckt noch mehr Mechanik in den Objektiven, die Probleme bereiten kann.

Sie merken schon, ich bin kein allzu großer Fan von Zooms. Die Zoom-Objektive, die wirklich gute Qualität bieten, kosten auch gleich wieder ein Sch*****geld.

Und noch etwas: Wie zuvor schon bei den Blendenwerten, gibt es auch bei den Zooms einen optimalen Einstellbereich – die mittleren Zoombereiche! Das heißt, dass z.B. bei einem 70-300er Zoom die beste Schärfe um die 180 mm zu erwarten ist. Schade eigentlich, es hätte alles so schön sein können.

Ein allerletztes Wort – ganz ehrlich – zum Thema Zoom. Viele Digitalkameras bieten einen „digitalen Zoom“. Dabei ist das Zoomen aber ein rein softwaregesteuerter Prozess. Da dabei keine neuen Pixel hinzugeführt werden, ist die Auflösung der Vergrößerung, nun ja, bescheiden. Netter Werbetrick, aber in der Praxis nicht brauchbar.

Bildwinkel

Bildwinkel

Bildwinkel: Ansitz im Wald

Bildwinkel: Ansitz im Wald

HINWEIS: Die Hersteller bieten unterschiedliche Serien von Objektiven an. Dabei gibt es einmal die Objektive, die sowohl für den Einsatz an einem analogen (35 mm SLR), als auch an digitalen Gehäuse geeignet sind.

Der zweite Typ von Objektiven ist jedoch so berechnet, dass er optimal auf die Sensorgröße abgestimmt ist. Diese Objektive können nur an digitalen SLR angesetzt werden.

Seien Sie gut …

… zu Ihren Objektiven (und Mitmenschen). Befolgen Sie auf das Genauste die Herstellerangaben zu Pflege IIhrer Objektive. Vermeiden Sie starke Verschmutzung (wie z.B. Schlamm – glauben Sie mir, ein Objektiv davon zu befreien ist mehr als lästig…) und reinigen Sie es - wenn nötig - sofort. Blasebalg und Mikrofasertücher sind die erste Wahl. Wenn der Blasebalg versagt, versuchen Sie es mit einer antistatischen Bürste.

Schmierflecken beseitigen Sie mit dem Mikrofasertuch. Beginnen Sie immer in der Mitte der Linse und arbeiten sich in kreisenden Putzbewegungen zum Rand hin vor. Bei hartnäckigeren Flecken hilft manchmal vorheriges Anhauchen (nicht Anspucken, pfui!). Vermeiden Sie aggressive Lösungsmittel.

Wenn gar nichts mehr geht, hilft immer noch der Kundenservice vieler Hersteller.

In der kalten Jahreszeit sollten Sie darauf achten, dass ihre Kamera nicht beschlägt, wenn Sie vom Kalten ins Warme wechseln. Die Feuchtigkeit schadet sonst der Elektronik. Sie können z.B. ihre Objektive und die Kamera in einen von diesen Zip-Lock-Beuteln stecken. Die Feuchtigkeit schlägt sich dann außen am Beutel nieder.

Jetzt Sie! – Aufgaben

Da nicht erwartet werden kann, dass Sie zu Beginn gleich eine vollständige Ausrüstung haben, folgende Übung: Nehmen Sie ein Objektiv bzw. das Objektiv welches Ihnen zur Verfügung steht und versuchen Sie jeweils unterschiedliche Themen damit zu realisieren. Das kann z.B. wie folgt aussehen: Sie besitzen ein Makro-Objektiv. Damit können Sie – genau – einmal Makro-Fotos machen. Aber Sie können sich auch an Landschafts- und Porträtmotiven probieren. Mit einem Standard-Objektiv lässt sich auch noch so einiges umsetzen. Mit einem Tele ist es schwieriger, aber auch nicht unmöglich. Makro-Fotografie wird vielleicht nicht gelingen, aber dafür der Rest …

Lektion 4 - Belichtung

Lektion 6 - Elementares & Nützliches

Lektion 4 - Belichtung

2. Februar 2009

Was erwartet sie in Lektion 4?

Lektion 3 hat Ihnen gezeigt, wie Sie über die Blende, die Verschlusszeit und deren Zusammenspiel, die Lichtmenge kontrollieren. Die entscheidende Frage ist aber doch, woher weiß man eigentlich die korrekte Lichtmenge?

Ziel dieser Lektion ist es daher, ihnen das Ermitteln der geeigneten Belichtung zu vermitteln. Sie werden eine Ihrer Hände benötigen (keine Angst, sie bleibt dran), eine Graukarte, vielleicht auch mal ein Histogramm und eventuell ein Blitzgerät.

Auch tagsüber sind alle Katzen grau!

Wenn es darum geht, die Lichtintensität zu messen, dann können Sie dafür natürlich ihre Kamera nutzen. Leider gibt es bei der Belichtungsmessung mittels Kamera ein ganz großes Problem, denn die liegt oft ganz falsch. Ein Herstellerfehler? Sollten Sie die Kamera umtauschen? Nein, die haben sich schon etwas dabei gedacht. Sie werden sehen- und verstehen!

Üblicherweise messen Kameras Licht, das von einer Szene oder Gegenstand reflektiert wird, durch die Linse (im englischen ist es TTL „Through The Lense). Allerdings benötigt der Lichtsensor, auf den das Licht, nachdem es durch das Objektiv gelangt ist, einen Referenzwert. Sonst fehlt die Information, ob das einfallende Licht hell bzw. dunkel bedeutet.

Dieser Referenzwert bezieht sich auf einen Grauton, der zwischen ganz weiß und schwarz liegt und der exakt 18 Prozent einer auffallenden Lichtmenge reflektiert.

Da das nun für die Kamera das Maß aller Dinge ist, diesen Mittelwert anzugeben, wird alles dazu in Relation gesetzt – mit drastischen Auswirkungen.

Betrachten Sie bitte einmal die beiden Fotos.
Karton: schwarz vs. weiß
Karton: schwarz vs. weiß

Können Sie mir sagen, welches davon das Foto von einem weißen bzw. schwarzen Karton ist? Verstehen Sie jetzt das Problem. Aufgrund der Eichung, wird jede, wirklich jede Kamera versuchen, ein Motiv auf diesen Mittelwert zu bringen und entsprechend eine Belichtung (Kombination aus Blende und Verschlusszeit) vorgeben.

Wenn man es weiß, kann man damit wunderbar arbeiten. Sie können sich, nein, Sie sollten sich eine Graukarte zulegen. Eine Graukarte ist meistens ein Karton, der mit einem Grauton beschichtet wurde, der eben genau die erwähnten 18% Licht reflektiert.

Bevor Sie nun den Auslöser betätigen, halten sie die Graukarte zwischen Motiv und Kamera und achten Sie darauf, dass die Karte im selben Lichtverhältnis wie das Motiv ist. Sie erhalten so eine Belichtungsmessung, mit der Sie optimal arbeiten können.

Alternativ geht auch Ihre Hand. Genauer gesagt die Handinnenfläche. Unabhängig von Hautfarbe oder Geschlecht, ist die Handinnenfläche der meisten Menschen cirka eine Blende heller als Grauton-Mittelwert. Messen Sie mit Ihrer Handinnenfläche und korrigieren Sie dann um eine Blende (Sie brauchen mehr Licht, denn die Hand macht der Kamera vor, es sei auch mehr Licht vorhanden).
Hand als Graukarte

Hand als Graukarte

HINWEIS: Wenn Sie bei der Belichtung ganz sicher gehen wollen, dann verwenden Sie Belichtungsreihen. Viele Kameras bieten diese Funktion, bei der die Kamera zusätzlich die nächsten Fotos über- bzw. unterbelichtet (je nachdem, was Sie vorgeben).

Es sollte keine Routine werden, aber bevor Sie eine schlecht belichtete Aufnahme von dem Ungeheuer von Loch Ness bei GEO einreichen, sicherlich eine gestattete Vorgehensweise.

Eigentlich können Sie alles als „Graukarte“ verwenden, Sie müssen sich lediglich merken, um wie viele Blenden Sie anschließend korrigieren müssen.

Blendenkorrektur

Blendenkorrektur

Anvisieren und Abdrücken!

Die überwiegende Zahl der Kameras bietet dem Fotografen drei Optionen, um die Belichtungsmessung vorzunehmen: Matrix, Mittenbetont, Spot. Schauen wir einmal, was sich dahinter verbirgt und warum es diese Drei gibt.

Matrix:

In dieser Einstellung berücksichtigt die Kamera nahezu das ganze Bildfeld.

Zu verwenden, wenn sich die Lichtbedingungen schnell ändern, die Farben sehr gemischt sind oder Sie ein Blitzgerät verwenden wollen.

Mittenbetont:

Auch hier wird das ganze Bildfeld vermessen, aber der Schwerpunkt wird auf den zentralen Bereich des Bildfeldes gelegt.

Am besten wird diese Variante verwendet, wenn das Motiv in diesem Messfeld liegt. Oft bei Porträtaufnahmen mit Blitzgerät. Aber ganz offen gesagt, finde ich das mittenbetonte Messen überflüssig und bevorzuge dann doch die Messung mit

Spot:

Die Kamera hat dabei einen zentralen kreisrunden Messbereich, der etwa 2-3% der Bildfläche ausmacht.

Wenn Sie nur einen ganz bestimmten Bereich Ihres Bildfeldes vermessen wollen, sollten Sie diese Variante wählen. Ideal, wenn Sie eine Graukarte messen oder einen sonstigen Mittelton, egal ob nah oder fern.

Messfelder im Vergleich

Messfelder im Vergleich

Messfelder im Foto

Messfelder im Foto

Histogramm oder schneller sein?

An für sich sind Histogramme, die nahezu schon ein Standard bei digitalen Kameras sind, eine feine Sache, denn sie zeigen die Belichtung eines Fotos.

Es gibt i.d.R. drei Bereiche und je nachdem, wie sich das Balkenhistogramm darstellt, kann man daraus ersehen, ob ein Bild über- oder unterbelichtet ist. Ein korrekt belichtetes Bild zeichnet sich dann dadurch aus, dass sich der „Hügel“ mittig des Histogramms, also zwischen den Schatten- und Lichterbereichen befindet. Sollte sich dieser Hügel zu sehr auf der Schattenseite (links) befinden, ist das Bild unterbelichtet. Bei einer Überbelichtung rückt der Hügel stark nach rechts, zur Lichterseite hin.

Die andere, traditionellere Variante, ist die Belichtungsskala. Striche und Plus-/Minuszeichen helfen einem, den richtigen Belichtungswert zu finden.

Histogramm

Histogramm

Bevor Sie sich aber mit den Balkenhistogrammen beschäftigen, lernen Sie lieber den sicheren Umgang mit der Belichtungsskala, denn diese hat mehrere Vorteile: Sie wird im Sucher eingeblendet, sie erkennen gleich, wie viel Blendenwerte sie vom Mittelton abweichen (können dann schnell korrigieren) und sie verbraucht weniger Strom, da Sie nicht, wie beim Histogramm, auf den LCD-Monitor angewiesen sind.

Zudem ist jedes Histogramm anders und für den Anfänger zu viel an Information. Nachher, für eine eventuelle Nachbearbeitung besser, aber eigentlich wollen wir ja nicht nur hinter dem Rechner sitzen …

Manchmal gibt es mehr als nur ein Weiß

Wer schon einmal versucht hat, eine Wand mit weißer Farbe unterschiedlicher Hersteller zu streichen, weiß, dass es nicht nur einen Weißton gibt. Um Farben realistischer darzustellen, bieten Digitalkameras eine Korrekturmöglichkeit durch den Weißabgleich.

Tageslicht, Kunstlicht und Blitz lassen jeweils Farben unterschiedlich wirken. So gab es z.B. spezielle Diafilme, die extra für Kunstlicht entwickelt worden waren, sonst hätten bei einem normalen Diafilm die Dias alle einen bräunlichen Farbstich gehabt.

Heute können Sie in ihrem Kameramenü die entsprechende Auswahl (Automatisch, Kunstlicht, Leuchtstofflampe, Direktes Sonnenlicht, Blitz, Bewölkter Himmel, Schatten) treffen.

Weißabgleiche

Weißabgleiche

HINWEIS: Mit einer Graukarte können Sie auch einen Weißabgleich vornehmen. Die Farbtemperaturen werden dabei exakter ermittelt, als z.B. mit einem weißen Blatt Papier, denn die enthalten oft Aufheller.

Segen und Fluch zugleich: Der Blitz

Einige Fotografen lehnen es kategorisch ab, andere wiederum möchten nicht mehr darauf verzichten. Die Rede ist von einem Blitzgerät.

Ich selbst versuche den Blitz so selten wie möglich einzusetzen, daher werde ich das Thema auch nur anschneiden. Ansonsten müsste ich wohl einen komplett neuen Kurs nur rund ums Blitzen entwickeln …

Der Segen ist sicherlich, dass Sie Ihre eigene Lichtquelle mit sich führen können (viele Kameramodelle haben ja sogar einen eingebauten Blitz). Sie sind sozusagen unabhängiger von dem natürlichen Licht. Aber der Fluch ist ganz häufig, dass Fotos, die mit einem Blitz aufgenommen wurden, nicht mehr natürlich wirken. Grelles Licht und zu starke Schlagschatten wirken nun mal nicht schön.

Die Kunst der Blitzfotografie ist es, ein Foto zu machen, auf dem der Blitzeinsatz nicht offensichtlich ist.

Jetzt muss man allerdings den führenden Herstellern von Blitzgeräten einräumen, dass sich sehr viel auf dem Sektor getan hat. Die eingebauten Blitze, als auch die externen Blitze sind so gut auf die Kameras abgestimmt, dass die lästige Rechnerei aus früheren Zeiten wegfällt.

Fliegenfischerporträt: mit/ohne Blitz

Fliegenfischerporträt: mit/ohne Blitz

HINWEIS: Wenn möglich, blitzen Sie ihr Motiv nie direkt von vorne an. Das Blitzlicht sollte das Umgebungslicht in seiner Helligkeit nicht übertreffen. Um harte Schatten zu vermeiden, versuchen Sie mit Diffusern zu arbeiten (Kunststoffabdeckungen, die auf den Blitzreflektor gesteckt werden) oder indirekt zu belichten (z.B. den Blitzreflektor so neigen, dass er erst gegen eine größere Fläche blitzt).

Holzfiguren: Belichtungsvarianten

Holzfiguren: Belichtungsvarianten

Holzfiguren: Belichtungsvarianten

Holzfiguren: Belichtungsvarianten

Jetzt Sie! - Aufgaben

Machen Sie mehrere Aufnahmen von einem Motiv, wobei Sie sich zuerst auf die Matrix-, Integral- und Spotmessung verlassen. Anschließend nutzen sie eine Graukarte oder ihre Hand, um die korrekte Belichtung zu ermitteln.

Erstellen Sie eine Belichtungsreihe, bei der Sie von der eigentlichen Messung (mit Graukarte o.ä.) um 0.5 Blendenwerte nach oben und unten abweichen. Gefallen Ihnen die unter- bzw. überbelichteten Fotos evtl. besser?

Um ein wenig mit der „Weiß-Balance“ vertrauter zu werden, nehmen Sie ein weißes Objekt und fotografieren es unter den verschiedensten Lichtbedingungen (Glühlampe, Neonlicht, Tageslicht, Schatten etc.). Probieren Sie auch die Einstellungen für den Weißabgleich ihrer Kamera aus, indem Sie bei gegebener Lichtquelle die WB-Einstellungen an ihrer Kamera ändern (siehe Beispiel mit der Gummiente).

Lektion 3 - Belichtung

Lektion 5 - Objektive

Lektion 3 - Belichtung

29. Januar 2009

Was erwartet sie in Lektion 3?

Die ersten beiden Lektionen haben Sie mit der Komposition eines Bildes vertraut gemacht und wie Sie an die Motivsuche herangehen. Für die optimale Umsetzung in ein gelungenes Bild fehlt nur noch die korrekte Belichtung.

Wie viel Licht auf den Sensor gelangt, bestimmen Sie durch wenige Parameter, die ich ihnen hier vorstellen möchte und vor allem deren Zusammenhänge. Ihnen werden die Begriffe Blende, Verschluss oder auch Tiefenschärfe begegnen und noch viel besser – am Ende wissen sie was sich dahinter verbirgt. Mehr noch, sie werden das neu erworbene Wissen gezielt einsetzen können. Bestimmt!

Es ward Licht - doch sie kontrollieren es!

Eigentlich ist Fotografieren ganz, ganz einfach. Zumindest die Physik dahinter. Hat er wirklich Physik gesagt? Hat er, aber kein Grund feuchte Hände zu bekommen. Ich werde Sie nicht mit physikalischen Gesetzen foltern, aber einige grundlegende Zusammenhänge sollten Sie schon verinnerlichen.

In der ersten Grafik ist schematisch der Weg des Lichtes durch das Objektiv auf den Sensor dargestellt. Bevor das Licht aber auf den Sensor trifft, muss es zwei „Kontrollposten“ passieren: Die Blende und den Kameraverschluss.

Lichtweg

Die Blende (in der Grafik rot) ist ein aus Lamellen bestehender Ringverschluss und befindet sich oft am unteren Teil eines Objektivs. Die (meist) 8 Lamellen sind so angeordnet, dass sie eine runde Öffnung ergeben. Wie groß der Durchmesser dieser Öffnung ist, wird durch Drehen am Blendenring bestimmt.

HINWEIS: Einige Objektive, wie z.B. die „G“-Serie von Nikon, besitzen keinen Blendenring mehr und die Blende wird nur noch durch Drehräder am Kameragehäuse eingestellt!

Der Kameraverschluss (in der Grafik grün) ist das zweite Hindernis für das Licht. Dieser Verschluss besteht ebenfalls aus Lamellen und bildet einen kleinen Vorhang vor dem Sensor. Die Verschlusszeiten, also wie lange der Vorhang vor dem Sensor weggezogen bleibt, stellen sie am Kameragehäuse ein.

Durch die Blende und die Verschlusszeit haben Sie die volle Kontrolle über das einfallende Licht. Durch das Verstellen der Blende bestimmen sie die Lichtmenge, die durchgelassen wird. Machen sie die Blendenöffnung weit auf, kann viel Licht einfallen und umgekehrt.
Mit der Verschlusszeit legen sie nun auch noch fest, wie lange eine bestimmte Menge an Licht auf den Sensor treffen soll. Mehr steckt da nun wirklich nicht hinter. Ok, ein bisschen mehr schon, aber dazu kommen wir später noch mal.

Was sagen mir die Zahlen?

Ohne Zahlen geht es nun mal nicht und ehrlich gesagt, machen sie vieles ja auch einfacher. Nehmen wir einmal die Blendenzahlen, die entweder auf dem Objektiv stehen oder zumindest im Kameradisplay angezeigt werden. Wie ätzend wäre es, wenn sie jedes Mal, um die Blendenöffnung zu kontrollieren, das Objektiv abnehmen müssten? Klar, würde kein Mensch machen und wir haben ja die Zahlen.

Im Englischen spricht man auch von f-Stops, denn die Blendenzahl oder auch Blendenwert steht im direkten Verhältnis zur Brennweite des Objektivs (Psst – sollte der Physikunterricht auch Sie nicht beim Schlafen gestört haben: das kleine „f“ steht für Brennweite).

Der Blendenwert ist das Verhältnis zwischen der Brennweite (f) eines Objektivs und dem Durchmesser der Blendenöffnung. Ich mache es mal anschaulicher: Nehmen wir an Sie haben ein Objektiv auf dem 200 mm steht (die Brennweite). Dann ist das die Entfernung vom Sensor zur Linse, wenn auf Unendlich fokussiert wurde. Dabei gehe ich von einer Festbrennweite aus und nicht von einem Zoom-Objektiv. Und es gibt Ausnahmen, aber ich will hier nicht zu technisch werden, bevor Sie mir noch mit dem Kopf auf die Tastatur fallen.

Wenn jetzt der Durchmesser der Blendenöffnung z.B. 50 mm beträgt und Sie nicht in der Zwischenzeit das Objektiv gewechselt haben, dann ergibt 200 geteilt durch 50 gleich 4. Eine Blendenöffnung von 50 mm ist schon recht weit offen und lässt viel Licht durch. Der Blendenwert dazu ist f/4.

Blendenöffnungen im Vergleich

Blendenöffnungen im Vergleich


Anderes Beispiel gefällig? Dasselbe 200er-Objektiv, aber ein Durchmesser von nur noch 6,25 mm (wenig Licht wird durchgelassen). Die dazugehörige Blende ist also f/32.
Aus diesem Beispiel können sie sich auch gleich eine Faustregel ableiten und merken:

Je größer der Blendenwert, desto weniger Licht wird durchgelassen!

Eine typische Blendenwertreihe kann wie folgt aussehen: f/1.4, f/2, f/2.8, f/4, f/5.6, f/8, f/11, f/16, f/22, f/32, wobei diese Reihe so aufgebaut ist, dass sich die Menge des Lichts um das Zweifache ändert, wenn die Blende um einen Wert verstellt wird.

Stellen Sie also Ihre Blende an dem 200er-Objektiv von sagen wir f/4 (50 mm) auf f/5.6 (35.7 mm), so wird nur noch die Hälfte der ursprünglichen Lichtmenge durchgelassen. Hierbei spricht der Fotograf vom „Abblenden“, wenn die Blendenöffnung verkleinert wird.

Stellen sie ihre Blende allerdings von f/4 (50 mm) auf f/2.8 (71.4 mm) ein, dann wird die doppelte Lichtmenge durchgelassen.

Jetzt wird der aufmerksame Leser vielleicht bei sich denken – hä? Die Hälfte von 50mm ist doch 25 mm und nicht 35.7 mm. Sie haben ganz Recht. Hat mich anfänglich auch immer irritiert, aber die Lösung liegt in der Fläche der Öffnung und nicht in deren Durchmesser! Wollten wir die einfallenden Lichtmengen berechnen, müssten wir die Werte der Flächen der Blendenöffnungen berücksichtigen, welche sich zum Quadrat ändern. Ah, ja… Überlassen sie diese Tatsache einfach den Mathematikern, Sie wollen ja auch nicht Rechnen, sondern gute Fotos machen.

Es mag auch auf den ersten Blick verwirrend sein, dass größere Zahlen weniger Licht bedeuten, aber man gewöhnt sich schnell daran. Ich, als bekennender Rechenschwächling, konnte es, dann schaffen Sie es auch!
Blendenzahlen

Blendenzahlen
HINWEIS: Mittlerweile kann man an den Kameras auch Blendenwerte einstellen, die zwischen den oben genannten liegen (z.B. f/2.8, f/3.2, f/3.5, f/4, f/4.5, f/5, f/5.6, f/6.3, f/7.1, f/8, [...], f/32). Dieses ermöglicht eine noch feinere Kontrolle über die Lichtmenge.

Vorhang auf!

Kommen wir zum Kameraverschluss bzw. den Verschlusszeiten. Hier gibt es zum Glück nicht viel zu verstehen. Stellen sie die Verschlusszeit auf eine Sekunde ein, dann wird sich der Vorhang für eine Sekunde nicht vor dem Sensor befinden und Licht trifft für diese Zeit ungehindert auf. Stellen sie eine Tausendstelsekunde (1/1000) ein, verkürzt sich die Zeit entsprechend.

Verstellen sie die Verschlusszeit z.B. von 1/2 Sekunde auf 1/4 Sekunde, wird die Lichtmenge halbiert. Stellen sie von 1/2 Sekunde auf 1 Sekunde, so wird die Lichtmenge verdoppelt. Fertig! Das war einfach.

Verschlusszeiten

Verschlusszeiten

Doppelte Lichtkontrolle

Jetzt haben Sie den spannenden Teil erreicht, denn nun folgt der Zusammenhang zwischen Blendenwert und Verschlusszeit.

Angenommen Sie haben die Blende f/4 und eine Verschlusszeit von 1/500 Sekunde eingestellt. Jetzt wollen sie aber viel lieber die Blende f/5.6 nutzen. Warum ist an dieser Stelle vollkommen egal, einfach mal mitspielen. Durch das Abblenden reduzieren sie ja nun die Lichtmenge. Was sollten sie tun, wenn sie aber weiterhin wollen, dass die gleiche Menge an Licht auf den Sensor trifft? Nein, keine weiteren Hilfsmittel oder sonstige Veränderungen der äußeren Parameter werden genehmigt. Genau, sie ändern die Verschlusszeit, so dass nun länger Licht auf den Sensor fallen kann. Da hier die Blende um einen Wert geändert wurde und daher nur noch die halbe Menge an Licht einfällt, verlängern sie entsprechend die Verschlusszeit von 1/500 Sekunde auf 1/250 Sekunde.

Ich denke, sie ahnen schon, worauf das hier hinausläuft. Die Grafik 3c verdeutlicht noch mal den Zusammenhang von Blende und Verschlusszeit.

Blende vs. Zeit
Blende vs. Zeit

Wo Licht, da Schärfe - Schärfentiefe

Mit verschiedenen Blenden-Zeit-Kombinationen können Sie jeweils die gleiche Menge Licht durchlassen. Wäre es dann aber nicht das Unkomplizierteste zu sagen, dass viel Licht immer gut ist und daher wählt man stets eine weit geöffnete Blende (f/2, f/2.8 oder eben die größtmöglichste Blende, die das Objektiv bietet)? Zudem dann auch die Verschlusszeiten sich verkürzen und die Gefahr vor Verwacklungen ebenfalls verringert wird. Leider funktioniert es so nicht.

Ich hatte ja schon weiter oben angedeutet, dass hinter der Blendenfunktion ein wenig mehr steckt, als nur die Lichtkontrolle. Über die Blende bestimmen Sie nämlich eine weitere sehr wichtige Sache: Die Tiefe der Schärfe.

Was soll das sein? Wenn sie mit ihrem Objektiv auf einen Gegenstand fokussieren – ihn „Scharfstellen“ – dann wird alles, was sich in selber Entfernung zum Objektiv befindet, ebenfalls scharf erscheinen. Gegenstände die sich jedoch näher oder weiter entfernt befinden, erscheinen zunehmend unschärfer. Dieser Bereich von Schärfe und dessen Größe bzw. Tiefe wird Schärfentiefe genannt.
grafik_3d

Schärfentiefebereich

Und das ist die Crux an der ganzen Geschichte: Wenn Sie mehr Licht haben wollen, können sie aufblenden, aber dabei geht gleichzeitig Schärfentiefe verloren und manchmal ist es sehr wichtig, diese Schärfentiefe zu haben.

Die Schärfentiefe kann man vorab schon überprüfen, indem man die Abblendtaste betätigt. Dann erscheint im Sucher das Bild genau so, wie es nachher auf dem Sensor festgehalten wird. Allerdings wird sich das Sucherbild verdunkeln, wenn man Blendenwerte größer als f/11 verwendet.

Schärfentiefeserie: Buchenblätter

Schärfentiefeserie: Buchenblätter

Schärfentiefe: Buchenblätter gering vs. groß

Schärfentiefe: Buchenblätter gering vs. groß

HINWEIS: Wenn sie nicht die maximale Schärfentiefe oder eine sehr schnelle Verschlusszeit benötigen, verwenden sie Blendenwerte um f/8 bzw. f/11. Denn die Physik von Objektiven besagt, dass bei den mittleren Blendenwerten die schärfsten Gesamtfotos entstehen.

Ja, natürlich, Sie nutzen schlichtweg längere Verschlusszeiten, um das zu kompensieren, aber oftmals erhalten Sie dann Zeiten, die viel zu lang sind, als das man sie verwacklungsfrei nutzen könnte. Darauf komme ich in einer späteren Lektion auch noch mal zurück. Versprochen.

Halt! Stehen bleiben!

Eine letzte Sache noch, bevor die Lektion endet. Sie schaffen das kleine Stück auch. Seien sie tapfer!

Die Verschlusszeiten lassen gewisse Gestaltungsmöglichkeiten zu, speziell wenn man Bewegungen bzw. Gegenstände in Bewegung fotografiert.

Einmal angenommen, sie besuchen eine Sportveranstaltung und möchten Fotos machen. Besonders die Läufer faszinieren sie. Alles ist eingestellt und sie beginnen, die ersten Fotos zu machen. Kurzer Blick auf das Display und müssen feststellen, dass alle Bilder unscharf sind, zumindest die Läufer. Woran liegt´s?

Sehr wahrscheinlich ist die Verschlusszeit nicht kurz genug. Wirklich schnelle Läufer schaffen über 30 km/h. Das ist sehr schnell. Wenn sie von so einem Läufer ein Bild möchten, auf dem der Läufer selbst scharf zu sehen ist, dann müssen sie seine Bewegung „einfrieren“. Verschlusszeiten kürzer als 1/250 Sekunde werden erforderlich.

Andererseits kann eine gewisse Bewegungsunschärfe aber eben genau dieses Gefühl von Geschwindigkeit vermitteln. Ob Sie nun eine scharfe Aufnahme eines flüchtigen Moments erstellen oder durch leichte Unschärfe Bewegung suggerieren wollen, hängt alleine von Ihrer Intention und Kreativität ab.

Bewegungseinfrierung
Bewegungseinfrierung: Wasserhahn
Bewegungseinfrierung: Wasserhahn

Bewegung: Sportler
Bewegung: Sportler

Jetzt Sie! - Aufgaben

Machen Sie ihre eigene Bildserie, bei der sie zunächst nur die Blende verändern und die Verschlusszeit konstant halten. Anschließend entscheiden Sie sich für eine Blende und verändern nur die Zeit. Achten Sie bei der Veränderung der Blendenwerte darauf, wie sich evtl. der Hintergrund verändert.

Machen Sie drei Fotos, bei denen Sie jeweils die Veränderung der Blende durch die entsprechende Verschlusszeit kompensieren. Wenn Sie also z.B. mit der Kombination f/2.0 und 1/500 Sekunde anfangen, könnten die nächsten beiden Fotos z.B. mit den Kombinationen f/4 und 1/125 Sekunde und f/11 und 1/15 Sekunde gemacht werden. Wichtig ist, dass die Werte möglichst weit auseinander liegen. Alle drei Bilder sollten aber die gleiche Belichtung haben. Ist die Bildwirkung aber immer dieselbe?

Versuchen Sie selbst einmal Bewegung festzuhalten. Ob Sie dabei die Bewegung ganz einfrieren oder sich für das Mitschwenken entscheiden, sei dabei Ihnen überlassen. Im Gegenzug dazu können Sie eine Aufnahme machen, bei der eine längere Verschlusszeit für einen kreativen Effekt sorgt.

Lektion 2 - Sehen lernen

Lektion 4 - Belichtung

Lektion 2 - Sehen lernen

21. Januar 2009

Was erwartet sie in Lektion 2?

Die grundlegende Idee der Bildkomposition kennen sie aus der vorangegangenen Lektion. Allerdings ist das nur die halbe Miete, auf dem Weg zum guten Foto. Sie müssen natürlich noch ein Motiv finden, mit dem sie überhaupt anfangen können zu komponieren. Die erfolgreiche Suche dürfte das Schwierigste sein und trennt, gerade im Profibereich, die Spreu vom Weizen.

Diese Lektion steht voll und ganz im Zeichen der Frage: Wie finde ich ein interessantes Motiv?

Das Auge des Fotografen

Eine Bildkomposition beginnt bei dem Motiv. Aber eines zu finden, ist leichter gesagt als getan bzw. das gefundene Motiv so abzulichten, dass es den Betrachter anzieht.

Bei meinen ersten fotografischen Schritten war ich selbst auch noch sehr unbeholfen. Jedes mal, wenn die Dias aus dem Labor kamen, folgte eine Enttäuschung: Das war nicht so, wie ich es gesehen hatte. Was war hier falsch?

Ganz häufig, wenn wir irgendwo unterwegs sind, sehen wir etwas und denken spontan: Das sieht toll aus! Gesagt und weiter gegangen. Aber wenn sie festhalten möchten, was sie so angesprochen hat, dann bedarf es ein wenig Überlegung.

Meine Fotos wurden besser, als ich anfing, mir jedes Mal eine zentrale Frage zu stellen (habe ich mir von einem Naturfotografen abgeguckt):

Was macht den Gegenstand oder die Szene besonders? Was ist das Besondere?

Ich versuche das einmal an einem Beispiel zu verdeutlichen, aber glauben sie mir, das „Auge des Fotografen“ kommt nicht einfach über Nacht. Es ist – wieder einmal – ein Lernprozess.

Nehmen wir einmal Blumen. Blumen sind schön! Sie ziehen die Kameras magnetisch an und rufen durch ihr Aussehen förmlich: Los – fotografiere mich! Schaut man sich auch einmal in den diversen Fotoforen um, findet man immer wieder Blumen (gerade, wo ich diese Zeilen tippe, nehme ich ein aktuelles Fotomagazin und sehe mir die Gewinner eines Fotowettbewerbs an. Und, was glauben sie, welches war ein oft vertretenes Motiv?).

Anhand von einem Blumenmotiv möchte ich ihnen eine erste Regel für einen besseren fotografischen Blickwinkel nahe bringen:

Machen sie einfach(e) Bilder!

Eine gute Bildkomposition benötigt ein deutliches Motiv, ein klares Thema bzw. ein zentrales Objekt.

Ein nicht vorhandenes, herausgearbeitetes Motiv wirkt kaum auf den Betrachter und er wird sich fragen, warum dieses Foto überhaupt gemacht wurde. Wenn sie nicht wissen, was sie an einem Objekt interessiert hat, werden es sie es auch nicht vermitteln können. Aber ich wollte ja konkreter werden …

Bei mir um die Ecke gibt es eine kleine Parkanlage, wo sich auch ein noch kleiner Garten befindet. Ich hatte kein spezielles Thema im Kopf, sondern wollte mich einfach von dem überraschen lassen, was ich dort evtl. vorfinde.

Mir fielen bei meinem Rundgang schnell die rosa-lilafarbenen Blumen ins Auge. Durch den leicht bewölkten Himmel schienen ihre Farben noch intensiver. In der ersten Lektion ging es nur um den Unterschied zwischen Schnappschuss und Fotografie. Hier gehen wir jetzt einen Schritt weiter.

Lila Blumen
Lila Blumen: Schnappschuss vs. Fotografie

Zuerst ging es mir um die Blumen als Gruppe und habe sie auch als solche fotografiert. Als ich jedoch die Fotosachen wieder in den Rucksack packen wollte und ich am Boden kniete, sah ich diese einzelne Blüte, die nicht so hoch gewachsen war, wie die anderen. Auch wenn die Blumengruppe einen ersten netten Eindruck hinterließ, so wollte ich doch diese einzelne Blüte stärker betonen und ihre Isoliertheit hervorheben.

Daher habe ich bewusst einen Blickwinkel gewählt, der die Blüte umgeben von vielem anderen „Grünzeug“ zeigt.

Lila Blüte
Lila Blüte

Nehmen sie sich Zeit. Noch mehr …

Manchmal sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht. Oder, wie in diesem Beispiel, ein kleines Detail.

Verweilen wir noch ein wenig in diesem Garten und sehen als nächstes schöne weiße Rosen. Zuerst gefiel mir die Schlichtheit dieser weißen Rosen, deren Zentrum nur ein bisschen gelbe Blütennarben und –stempel zeigen. Ich machte mein Foto und betrachtete das Ergebnis. Zuerst war ich auch zufrieden, aber irgendwie wurde ich das Gefühl nicht los, etwas übersehen oder zumindest nicht gut dargestellt zu haben.

Daher ging ich am nächsten Tag wieder hin, betrachtete mir die einzelnen Blüten. Nah, ganz nah. Und dann vielen die Schuppen plötzlich von den Augen: Die Wassertropfen! Auf einigen der Blüten befanden sich Wassertropfen auf den Blütenblättern. Ich habe mir das Stativ so eingestellt, dass ich genau auf „Augenhöhe“ mit einer Blüte war und habe mich bei der Komposition auf die Tropfen konzentriert.

Weiße Blüte vs. Blütenblätter

Weiße Blüte vs. Blütenblätter

HINWEIS: Nehmen sie sich viel Zeit. Schauen sie sich ihr Motiv von allen Seiten und allen Winkeln an. Fokussieren sie – im wahrsten Sinne des Wortes – auf den Teil, den sie wirklich betont haben möchten.

Es ist nie zu spät!

Die Fotografie ist ein wunderbares Medium, wenn es darum geht um aus seinen Fehlern zu lernen. Heben sie ruhig Bilder auf, die ihnen nicht zusagen. Legen sie diese zur Seite und holen die Bilder bei Bedarf wieder vor. Seien sie kritisch und versuchen kann klar zu formulieren, warum ein Bild nicht gelungen erscheint (das ist sozusagen der umgekehrte Prozess einer Bildkomposition).

Sehen sie sich das Bild dieser Pilzgruppe an. Mir war diese Gruppe zuerst gar nicht aufgefallen, bis ich darauf hingewiesen wurde. So, wie sie dort auf dem moosbewachsenen Baumstamm wuchsen, das hatte was. Ich machte mich an die Bildkomposition und drückte ab.
Pilzgruppe

Pilzgruppe

Leider habe ich mir nicht wirklich viel Zeit gelassen, denn dann wäre mir es möglich gewesen, noch vor Ort das Foto optimaler zu gestalten. Was mich stört? Was würde sie an diesem Bild stören? Welches Bildelement gehört ihrer Meinung nach geändert?

Für mich ist es der Hintergrund. Zum einen habe ich dort diese hellen Grüntöne, durch Blätter, die in der Sonne stehen. Dann habe ich aber auch diesen langen dunklen Balken, der ein Baumstamm im Schatten ist, und der sich auch noch diagonal durch das Bild zieht. Dadurch sieht der Hintergrund nicht nur zu dunkel aus, er ist einfach vieeeeeel zu unruhig. Auch geht ein wenig von der Plastizität der Pilzgruppe verloren.

Viel ärgerlicher ist eigentlich die Tatsache, dass ich weiß, dass ich es hätte optimieren können. Dazu wäre nur nötig gewesen, das Stativ so aufzubauen, das wesentlich mehr bzw. nur noch Laub den Hintergrund ausgefüllt hätte.

Solche nachträglichen Bildbetrachtungen sind sehr hilfreich, wenn man es beim nächsten Mal besser machen will.

HINWEIS: Vereinfachen sie ihr Motiv bzw. die Komposition, wann immer es möglich ist. Viele Bilder verlieren ihre Aussagekraft durch zu viele störende Nebenelemente, die nur vom Hauptmotiv ablenken.

Aus einem anderen Winkel betrachten

Eine kleinere Sache, die aber zum Teil dramatische Veränderungen herbeiführen kann, ist die Wahl des Blickwinkels. Bei vielen Dingen des täglichen Lebens sind wir es gewohnt darauf zu schauen. Wir betrachten sie von oben herab. Daher kann alleine die Wahl eines „ungewöhnlichen“ Bildwinkels schon zu einer Interessensteigerung führen. Löse sie sich einfach von ihrem alltäglichen Sehen …

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Preiselbeeren: Aufsicht vs. Bodenansicht

Lieber hoch oder quer „schießen“?

Eine weitere Frage, die sich bei der Bildgestaltung stellt, ist die nach dem Format. Soll das Motiv besser als Quer- oder Hochformat abgebildet werden?

Auf diese Frage gibt es keine allgemeingültige Pauschalantwort. Der Jesus aus der ersten Lektion wurde hauptsächlich im Hochformat aufgenommen, da die aufrechte Form der Statue dieses schon ein wenig vorgibt. In den anderen Lektionen werden ihnen weitere Hochformatbilder begegnen, doch eigentlich ist es eine Frage des Geschmacks, für welches Format sie sich entscheiden. Wichtig ist zu beachten, welches Format dem Motiv einen stärken Ausdruck verleiht. Manchmal, ja manchmal, haben aber auch beide Formate für ein und dasselbe Motiv ihren Reiz …

Preiselbeeren: Hochformat

Preiselbeeren: Hochformat

Jetzt sie! - Aufgaben

Wählen sie ein Motiv und machen mehrere Aufnahmen aus verschiedenen Abständen und Blickwinkeln. Wählen sie drei Fotos aus, von denen sie meinen, dass diese besonders ansprechend sind und begründen es.

Kramen sie einmal ein älteres Foto, dass ihnen gut gefällt, wo sie aber sagen, dass noch der nötige Schliff fehlt, hervor und besprechen es unter Berücksichtigung der Regeln der Bildkomposition.

Fotografieren sie ein Motiv sowohl im Hoch- als auch Querformat und versuchen dabei den Bildaufbau jeweils optimal zu gestalten.

Lektion 1 - Bildkomposition

Lektion 3 - Belichtung

Lektion 1 - Bildkomposition

8. August 2008

Was erwartet sie in Lektion 1?

In der ersten Lektion geht es um die kreative Bildgestaltung oder Komposition. Wir haben es alle schon einmal selbst erfahren: Wir sehen ein Foto und denken unmittelbar „Wow – was für ein tolles Bild!“ Ein gutes Bild erkennt man, aber wissen sie auch, warum es ein gutes Bild ist? Hier erfahren sie es. Unweigerlich damit verbunden ist die Frage nach dem Unterschied zwischen Schnappschüssen und großartigen Fotos. Dieser Frage gehen wir ebenfalls in dieser Lektion nach.

Nautilus

Harmonie ist doch nur Mathematik

Keine Sorge, ich werde hier jetzt keinen trockenen Exkurs über Zahlen und Formeln einlegen, doch gibt es einen Mathematiker, welcher im Mittelalter lebte und dessen Wissen auch für sie hochinteressant sein dürfte.

Den Zahlenmeister, den ich meine, hieß Fibonacci und er brachte uns „Goldene Zeiten“. Denn er stellte eine Zahlenfolge auf (3, 5, 8, 13, 21, 34, 55 usw.), bei der sich Aufteilungsverhältnisse ergeben, die der Mensch meist als harmonisch empfindet. Anders ausgedrückt: Der Mensch empfindet die Aufteilung einer Fläche oder Strecke im Verhältnis von etwa 3:5, 5:8, 8:13 usw. als besonders harmonisch.

Diese Erkenntnis nutzten schon Renaissance-Maler für ihre Werke und der „Goldene Schnitt“ entstand als abgeleitete Regel. In Gemälden legten Künstler den wichtigsten Blickpunkt daher dorthin, wo sich die Teilungsachsen des Goldenen Schnitts überkreuzen.

Seitenverhältnisse

Ist das nicht irre? Eine Gesetzmäßigkeit für Harmonie! Dass kann kein Zufall sein, oder? In der Natur finden sich viele Beispiele für dieses harmonische Verhältnis, wie z.B. auch die Windungen einer Nautilus oder sie selbst. Die Verhältnisse der Strecken Scheitel-Bauchnabel und Nabel-Fußsohle (sollten) dem Goldenen Schnitt folgen. Tun sie es nicht, nun ja, dann empfinden andere Menschen das als weniger, tja, ästhetisch …

Nautilusgeometrie

Selbst Psychologen haben den Goldenen Schnitt für sich entdeckt und stellten fest, dass der Mensch Gesichter von anderen Menschen als besonders hübsch empfindet, wenn deren Geometrie (Augenabstand, Nase-Mund-Verhältnis etc.) dem Prinzip des Goldenen Schnitts entspricht. Im Zusammenhang mit der Schönheitschirurgie erhält Goldener Schnitt auch gleich eine ganz andere Bedeutung …

Zerteilen sie ihr Bild

Die meisten ausdrucksstarken Fotos haben daher ihre Hauptelemente an ganz bestimmten Stellen innerhalb des Bildformats (Rahmen) platziert. Sobald sie beginnen darüber nachzudenken, wo sie ein Objekt innerhalb ihres Sucherrahmens positionieren wollen, haben sie mit dem Komponieren des Bildes begonnen. Es ist dabei egal, ob sie wie der japanische Maler Hokusai oder der aus Holland stammende van Gogh mit Farben und Pinsel malen oder zu ihrer Kamera greifen.

Bevor sie nun aber mit einem Taschenrechner bewaffnet losziehen und umständlich ihre Komposition errechnen wollen, stelle ich ihnen die Alltagsvariante des Goldenen Schnitts vor.

Nehmen sie dazu einfach ihr Bildformat und teilen es sowohl in der horizontalen, als auch in der vertikalen in Drittel auf. Sie erhalten so vier Schnittpunkte, an denen sie sich in Zukunft orientieren können. Auch für die alten Meister funktioniert diese Aufteilung.

Hokusai: Welle

van Gogh: Aussäer

Bei einigen Kameras kann man sich sogar eine Aufteilung in Form von Gitterlinien im Sucher anzeigen lassen. Oftmals ist es eine Individualfunktion der Kamera und kann nach Belieben aus- bzw. angeschaltet werden. Wirklich sehr praktisch wenn man es hat.

Um diese Methode der Objektplatzierung für sich optimal zu nutzen, ist es erforderlich, dass Sie lernen Ihr Motiv in Linien zu betrachten. Oftmals sind solche Linien, wie bei einem Horizont, offensichtlich. Manchmal sind diese Linien aber nicht so offensichtlich.

Ich habe mal von einer Methode, um „unsichtbare Linien“ zu erkennen, gelesen und da ich diese ziemlich gut finde, stelle ich sie kurz vor. Kneifen sie bei der Betrachtung eines Motivs einmal die Augen soweit zusammen, bis sie es nur noch schemenhaft erkennen. Durch die Unschärfe verschwimmt das Bild und Schatten und Umrisse treten in den Vordergrund.

Drittelraster

Waldbeeren: mittig, dezentral

Draufhalten oder Fotografieren

Schon alleine das bewusste Komponieren eines Bildes unterscheidet den Schnappschuss von einem guten Foto. Wobei ich jetzt nicht das spontane Knipsen mit Kompaktkameras verteufeln möchte, denn auch diese Variante hat durchaus ihren Reiz.

Aber ein gutes Foto ist ein technisch anspruchsvolles Dokumentieren eines Objekts. Um ein großartiges Foto zu schaffen, gestalten Sie Ihr Bild so, dass das Wesentliche in den Vordergrund rückt und somit die Aussage, die sie mit ihrem Foto treffen möchten.

Als nächstes muss die Belichtung noch stimmen (dazu kommen wir noch in einer der anderen Lektionen), um ein ganz bestimmtes Gefühl zu vermitteln.

Mit einer einfachen Schnappschusskamera ist diesem Anspruch nicht mehr gerecht zu werden. Für die verschiedenen Gestaltungsmöglichkeiten benötigt man schon die verschiedenen Objektive und eine Kamera, die Sie entscheiden lässt, was Sie jetzt z.B. für eine Blende einstellen wollen.

Es gibt eine Anzahl von Dingen, die der Schnappschussfotograf am Anfang sich aneignen muss, um den Wechsel zum ernsthaften (keine Angst, auch als solcher hat man Spaß) Fotografen zu schaffen. Und für etwas, das es Wert ist zu erreichen, investiert man auch gerne Zeit und Anstrengung, denn dessen bedarf es schon.

Weiße Rosen: Schnappschuss vs. Fotografie

Jesusstatue: Schnappschuss vs. Fotografie

Schlechte Bilder sind nicht zu retten

Eine letzte Überlegung noch zu dem, wie ich finde, was einen guten Fotografen auszeichnet. Die Kamera- bzw. Softwarehersteller wollen einen glauben lassen, dass durch die digitalen Möglichkeiten jeder in der Lage ist, atemberaubende Fotos zu schießen. Die Belichtung stimmt nicht? Kein Problem, denn an meinem Rechner kann ich das korrigieren. Der Bildausschnitt muss angepasst werden? Dafür gibt es doch das Freistellungswerkzeug!

Im Ernst, wo wollen sie die Zeit eher verbringen? Vor dem Rechner oder hinter der Kamera? Ich, für meinen Teil, stehe lieber draußen oder zumindest im Studio mit meiner Kamera und fotografiere. Das macht mir wesentlich mehr Spaß.

Es mag vielleicht mal vorkommen, dass man ein oder zwei Bilder nachbearbeiten möchte, aber doch nicht ständig. Der gute Fotograf hat das auch nicht nötig, denn hier stimmt schon alles und um eine Profifotografin zu zitieren: „Entweder ist ein Foto gelungen oder nicht. Ein schlechtes Bild lässt sich auch durch Tricks und Manipulationen nicht retten.“

Jetzt Sie! - Aufgaben

Machen sie zwei Fotos von ein und den selbem Motiv. Für das erste Foto brauchen Sie sich keine Zeit zu lassen und es kann auch freihändig gemacht werden. Für das zweite Foto allerdings lassen Sie sich Zeit und berücksichtigen die Hinweise zum Bildaufbau und wo das Hauptmotiv platziert werden sollte. Erklären Sie, warum Sie sich für den endgültigen Bildaufbau entschieden haben.

Vorwort zum Fotokurs oder: Fotografie macht Spaß!

Lektion 2 - Sehen lernen

Vorwort zum Fotokurs oder: Fotografie macht Spaß!

8. August 2008

Ich begrüße sie zur ersten Lektion dieses Fotokurses. Ein Kurs, der sich an die Anfänger unter Ihnen richtet oder an diejenigen, die überlegen, mit der Fotografie zu beginnen.

Fotografie hat nichts mystisches und ist auch nicht schwer zu erlernen. Zugegeben, am Anfang erscheint dem Anfänger die ganze Technik und das Erläutern von Physik (hier nicht oder zumindest ganz wenig - versprochen!) abschreckend. Ging mir genau so. Aber wenn ich erst einmal mit der Kamera unterwegs und auf „Motivjagd“ war, dann rückten solche Details in den Hintergrund und der Spaß an der Fotografie überwog.

Ich würde lügen, wenn ich ihnen sage, dass man auch ohne ein gewisses Basiswissen gleich gute Bildergebnisse erhalten kann – außerdem würde ich dann mir auch nicht die Mühe machen, die Lektionen zusammenzustellen …

Die digitale Fotografie ermöglicht es dem Einsteiger seine Bilder gleich zu betrachten. So kann er noch vor Ort Änderungen vornehmen und unweigerlich setzt dabei auch ein Lernprozess ein. Dennoch gibt es immer eine Basis, auf die jeder VHS-Fotokurs, jeder Workshop, jede DVD oder jedes Buch aufbaut. Es braucht seine Zeit, bis man sozusagen dieses Basiswissen intuitiv einsetzt und bis dahin heißt es fotografieren, fotografieren, fotografieren …

Wenn sie sich entschieden haben, an den Lektionen teilzunehmen, gehe ich einmal davon aus, dass sie auch der Kunst der Fotografie verfallen sind. Es ist aber auch ein schönes und befriedigendes Gefühl, zu sehen, wie die Qualität der eigenen Fotos sich zum Besseren hin entwickelt. Und fühlt es nicht auch toll an, wenn in den eigenen vier Wänden ihre Kunstwerke hängen, anstatt irgendwelcher gekauften Poster von sonst wem?

Motive finden sich überall, man muss sie nur finden. Wie wirbt ein Kamerahersteller so schön: Willkommen auf dem Spielplatz! Recht hat er und wie viel Spaß sie dort haben, bestimmen sie!

Lektion 1 - Bildkomposition

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