Bildaufbau in der Malerei – Tiefe erzeugen

2. November 2011 von  

Ob in der Malerei oder Fotografie – für die Erzeugung von Tiefe gibt es einfache Grundregeln für den Bildaufbau. Ein Bild sollte dafür in vier Ebenen aufgeteilt sein – in Vordergrund, Mittelgrund, hinteren Mittelgrund und Hintergrund.

Je nach Motiv könnte der Vordergrund durch Personen, einen Baum oder ein Haus herausgearbeitet werden. Ein Weg, eine Wiese oder ähnliches könnte den Mittelgrund bilden. Dem sich ein hinterer Mittelgrund mit Wald, Berge oder eine Landschaft anschließt. Der abschließende Hintergrund ist oftmals der Himmel.

landschaft

Wichtig ist darauf zu achten, dass Gegenstände, die sich im Mittel- oder Hintergrund befinden, stets proportional kleiner gemalt werden müssen, als die, die sich im Vordergrund befinden. Wir erinnern uns an die Würfelzeichnung, die jeder einmal in der Geometriestunde gezeichnet hat. Auch wenn ein realer Würfel gleichlange Seiten hat, so werden die hinten liegenden Seiten auf einer Zeichnung schräg und verkürzt gemalt, um den optischen Eindruck eines dreidimensionalen Würfels zu erzeugen. Nicht anders ist es bei Zeichnungen von Häusern, Straßen und anderen Gegenständen.

Auch wenn es Grundregeln gibt, so kann davon auch abgewichen werden. Statt vier Ebenen, können bei manchen Motiven auch drei ausreichend sein.

Die Diagonale

Neben dem Goldenen Schnitt sollte die Wirkung der diagonalen Linie nicht vernachlässigt werden. Wird ein Bach fotografiert oder gemalt, dann könnte dieser beispielsweise in der linken unteren Bildecke beginnen und sich nach rechts oben durch das Bild schlängeln. Dieser Bildaufbau führt den Blick des Betrachters in das Bild hinein.

Diagonalen

Diagonalen

Auch einzelne Blumen wirken auf Bildern interessanter, wenn der Stil in einer Ecke endet und die Blüte diagonal auf der gegenüberliegenden Seite.

Diagonale Linie

Diagonale Linie

Die folgenden Fotos zeigen ein Motiv, allerdings einmal spontan fotografiert und ohne Beachtung der diagonalen Linie und einmal mit. Daran ist gut zu erkennen, wie ein bewusster Bildaufbau ein Motiv verändert. Auch ist zu sehen, dass die diagonale Linie nicht zwangsläufig bis zur gegenüberliegenden Seite führen muss.

Ohne Diagonale

Ohne Diagonale

Mit Diagonale

Mit Diagonale

Der Goldene Schnitt

Der Goldene Schnitt ist im Grunde eine mathematische Formel. Diese lässt sich in vielen Quellen nachlesen. Hier soll der Goldene Schnitt einmal ganz einfach erklärt werden – denn die meisten wollen malen und nicht rechnen. Dazu stellen wir uns vor, dass wir den Malgrund horizontal in drei gleiche Teile aufteilen und entsprechend Linien ziehen. Danach wird mit der vertikalen Seite ebenso verfahren. Damit sollten nun auf dem Malgrund neun Felder zu sehen sein.

Motivbeispiel: Die oberen drei horizontalen Felder könnten für den Himmel genutzt werden, die mittleren für die Landschaft und die unteren für den Vordergrund. Das Hauptmotiv kann in der Mitte positioniert werden. Allerdings wirkt das Motiv dann weniger spannend, es sei denn, man möchte ein absolutes symmetrisches Bild erreichen, wie es oftmals bei Architekturaufnahmen gemacht wird.

Spannend wird ein Motiv, wenn das Hauptmotiv oder dessen wichtigste Bereich vertikal in den ersten oder letzten Feldern positioniert wird. Die nachfolgende Aufnahme verdeutlicht dieses recht gut. Durch den bewussten Aufbau wird der Eindruck von Bewegung erweckt – das Kind läuft den Strand entlang. Mittig platziert hätte das Foto wesentlich weniger Ausdruck.

Zentriert

Zentriert

Drittel-Lehre

Drittel-Lehre

Kommentare

1 Kommentar zu “Bildaufbau in der Malerei – Tiefe erzeugen”

  1. Sylvia Brinkmeier am 20. Oktober 2012 23:02

    Hallo Rico,

    seit ein paar Monaten beschäftige ich mich verstärkt mit der Fotografie, weil ich unter ständigem Bildmangel für meinen Blog leide. Heute bin ich auf diese Seite gestoßen und finde sie sehr hilfreich. Deshalb werde ich in Zukunft sicher immer wieder hier vorbeischauen.

    Viele Grüße
    Sylvia

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