Lektion 8 – Makro-Fotografie

17. August 2009 von  

Was erwartet Sie in Lektion 8 zur Makro-Fotografie?

Kleines ganz groß – mit einem Makro-Objektiv an der Kamera kann man sich auf Entdeckerreise begeben. Obwohl schon kurz in Lektion 5 beschrieben, geht diese Lektion noch mal etwas tiefer ins Detail (im wahrsten Sinne des Wortes). Tipps und Hinweise sollen Sie für einen Einstieg in die schöne Welt der Nahaufnahmen begeistern.

Blattadern

Blattadern

Je größer das Kleinste, desto fantastischer

Sie interessieren sich also für die Makro-Fotografie, sonst hätten Sie wohl nicht so weit gelesen. Finde ich gut, denn mir persönlich macht das Fotografieren von Details am meisten Spaß. Die Suche nach neuen Motiven ist wie eine kleine Forschungsreise, bei der man nur die Augen offen halten sollte.

Um mit der Makro-Fotografie zu beginnen, bedarf es nicht gleich einer aufgeblasenen Ausrüstung. Ein Kameragehäuse, das eine Abblendfunktion hat, evtl. Spiegelvorauslösung (bei SLR-Kameras), Optionen der Fernauslösung und einen großen Sucher (nicht nur wichtig für Brillenträger), sollten vorhanden sein.

Bei der Brennweite können Sie frei wählen, wobei Sie die jeweiligen Vor- und Nachteile (siehe Lektion 5) für sich abwägen sollten. Wenn ich mich für nur ein einziges (Makro)-Objektiv entscheiden müsste, würde ich eine Brennweite um die 105 mm wählen. Ich finde, diese Brennweite lässt noch die meisten Variationen zu und es gibt sie noch in Lichtstärken von 2.8.

Auf die Gefahr hin penetrant zu wirken, aber Sie brauchen – na? – genau, ein Stativ! Und natürlich einen Stativkopf etc. Das Stativ sollte Ihren Bedürfnissen angepasst sein. Werden Sie viel im Wald oder grundsätzlich in der freien Natur unterwegs sein, wo sich viele interessante Motive bodennah befinden werden, dann sollte die Beine des Stativs sich entsprechend weit spreizen lassen (85°-90°).

Lassen Sie sich nicht auf umgedrehte Mittelsäulen oder ähnliche Spielereien ein, denn damit ist das Arbeiten sehr unbeholfen, es sei denn, Sie stammen aus einer Akrobatenfamilie.

Kurze Wege zu besseren Makros

Wie für jede andere Fotografie auch, gelten die „Regeln“, welche schon in den ersten beiden Lektionen behandelt worden sind.

Eine der größeren Herausforderungen in der Makro-Fotografie ist das Fokussieren und Einstellen des Schärfentiefebereichs. Denn ja näher Sie sich mit ihrer Kamera auf ein Motiv zu bewegen, desto schmaler wird der Bereich für die Schärfentiefe. Entweder legt man die Schärfe dann auf einen wichtigen Ausschnitt oder versucht die Schärfentiefe zu erweitern.

Um die Schärfentiefe zu maximieren, sollten Sie nicht Blenden größer als f/16 verwenden. Versuchen Sie zusätzlich die Sensorebene so auszurichten, dass diese parallel zur Motivebene steht. Bei den von mir verwendeten Gehäusen ist sogar markiert, auf welcher Höhe sich die Film- bzw. Sensorebene befindet. Ist sehr hilfreich, wenn man u.U. den genauen Abstand zwischen Sensorebene und Motiv benötigt.

Sollte es nicht möglich sein, das Objekt vollständig scharf darzustellen, konzentrieren Sie sich auf einen vorderen Teil, denn dieser wirkt dann plastischer, da er vor einem komplett unscharfen und verwischt wirkenden Hintergrund steht.

Rote Beeren

Rote Beeren

Licht auf die kleinen Dinge werfen

Die Makro-Fotografie setzt, da sie meistens mit sehr kleinen Blendenöffnungen arbeiten, viel Licht voraus. Wenn Sie sich mit Ihrer Kamera vor die Haustür wagen, dann können Sie auf die Unterstützung der Sonne hoffen.

Das Gute bei der Makro-Fotografie ist, dass Sie wirklich nur einen sehr kleinen Ausschnitt betrachten. Sollte sich das Motiv in sehr grellem Sonnenlicht befinden, können Sie mit einem Diffuser das Licht streuen und es wirkt dadurch weicher. Als Diffuser können Sie z.B. einem sehr dünnen weißen Stoff nehmen, den Sie zwischen Sonne und Objekt halten.

Ein „Streuvorsatz“ ist auch bei dem Einsart eines oder mehrerer Blitzgeräte hilfreich. Normalerweise ist das abgegebene Licht ganz gerade nach vorne raus. Das kann aber zu harten Schlagschatten führen. Um diesen Effekt zu minimieren können Sie entweder durch einen Diffuser hindurch fotografieren oder nutzen entsprechende Blitzaufsätze.

Ein Blitzgerät wird dann zwingend, wenn Sie z.B. kleine Tiere in ihrer Bewegung einfrieren wollen. Aus der Tabelle in Lektion 3 ist ersichtlich, dass Sie sehr kurze Verschlusszeiten für solche Aufnahmen brauchen. Bei Blenden kleiner als f/11 undenkbar. Also: Blitz her. Dieser, wenn es kein Ringblitz ist, sollte so weit wie möglich von der Kamera positioniert werden.

Da ein Foto wesentlich durch die Art der Lichtführung bestimmt wird. Großflächige Beleuchtung schafft diffuses und gleichmäßiges Licht, wohingegen eine punktförmige Ausleuchtung zu scharfen Kanten und deutliche Schatten.

Blitzbeleuchtung: Rinde

Blitzbeleuchtung: Rinde

Blitzbeleuchtung: Rinde optimiert

Blitzbeleuchtung: Rinde optimiert

In der Makro-Fotografie setzen viele Blitzhaltesysteme (Makro-Blitzschienen) ein, bei denen zwei Blitzgeräte ganz individuell positioniert werden können. So ein Set besteht aus einer Kameraplatte, an der entweder Stangen oder flexible Arme angebracht sind und auf die zwei kleine normale Blitzgeräte gesteckt werden. Die Kommunikation zwischen den Blitzgeräten und der Kamera wird dabei durch Spiralkabel sichergestellt.

Da man das Licht wesentlich besser „modulieren“ kann, für viele sicherlich die besser Alternative zum Ringblitz.

HINWEIS: Um eine plastische Ausleuchtung zu erreichen, sollte bei Einsatz von zwei Blitzgeräten, deren Blitzstärke unterschiedlich eingestellt sein.

Blitzbeleuchtung: Rinde optimiert

Veilchen abstrakt

Taschenuhr, Detailansicht

Taschenuhr, Detailansicht

Jetzt Sie! – Aufgaben

Für die Makro-Lektion habe ich zwei Aufgaben:

1. Machen Sie eine Makro-Aufnahme (Überraschung!). Aber setzen Sie einen Alltagsgegenstand in Szene. Rücken Sie einen Gegenstand des täglichen Lebens ins Blickfeld, wie man ihn so wahrscheinlich noch nie wahrgenommen hat.

2. Kreative vor! Machen Sie ein abstraktes Foto. Dabei sollte das Objekt nicht zwingend zu erkennen sein. Form und Farben zählen. Beachten Sie bitte nur die Regeln aus Lektion 1 und 2.

Lektion 7 – Pixel, Schärfe & Speicherformate

Lektion 9 – Landschaftsfotografie

Fotokurs zum Download

Kommentare

1 Kommentar zu “Lektion 8 – Makro-Fotografie”

  1. Uwe Balewski am 22. Mai 2013 11:14

    Vielen Dank für die Tipps.
    Fotografie ist ein weites Spektrum – ich lerne gerne.
    Gruß Uwe Balewski

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