Lektion 7 – Pixel, Schärfe & Speicherformate

17. August 2009 von  

Was erwartet Sie in Lektion 7 der Fotoschule?

Vor gar nicht allzu langer Zeit waren die Regale der Fotohändler mit Filmen jeglicher erdenklicher Art gefüllt. Heute sind die Filme durch die digitalen Speichermedien stark verdrängt worden. Doch gelten Prinzipien wie ISO oder ASA und „Körnigkeit“ auch bei Sensoren. Und wie die Fotos letztendlich abgelegt werden, ist auch nicht unrelevant …

Speicherkarte

Speicherkarte

Ein Punkt, zwei Punkte, Millionen Punkte!

Es wird ohne Ende gepunktet. Die Hersteller bringen ja schon fast im Halbjahresrhythmus neue Modelle raus, die ihr Vorgängermodell immer wieder um Millionen Punkte – Entschuldigung – natürlich Pixel übertreffen.

Wie Leistungsfähig ein Sensor ist, wird als Megapixel angegeben (Zahl der Bildpunkte). Grundsätzlich bedeuten mehr Pixel auch mehr Details. Dennoch gibt es auch hier eine sinnvolle Obergrenze, denn es gibt schlichtweg physikalische Grenzen. Tests in Fotomagazinen können das belegen!

Wichtig und offenbar auch vielfach unterschätzt, sind die Güte des Objektivs und der kamerainterne Prozessor.

Es gibt aber einfache Richtlinien, die Ihnen beim Auswählen einer für Sie geeigneten Kamera helfen sollen (gibt es überhaupt noch Kameras mit zu wenig Pixeln?) bzw. welche Pixelzahl für welchen Zweck am besten geeignet ist.

Bildformatgrößen

Bildformatgrößen

1 Film = 36 Bilder, 1 Speicherkarte = über 1000 Bilder!

Der Wechsel des Speichermediums, von 36er-Film auf kleinste Speicherkarten, den die digitale Fotografie mit sich brachte, ist für mich persönlich einer der größten Vorteile, bei der Verwendung einer Digitalkamera. Es ist Platz sparend und die häufigen Filmwechsel entfallen. Ich finde es klasse!

Wie viele Bilder am Ende auf ihrer Speicherkarte Platz finden, hängt stark davon ab, in welchem Format Sie die Bilder abspeichern. Zumindest die besseren Kameras lassen sie zwischen den folgenden Optionen wählen:

JPEG

Das am häufigsten verwendete Bildformat (bei vielen Kompaktkameras auch das einzige) ist sicherlich JPEG (Joint Photographic Experts Group). Es ist ein Format, das immer dann Anwendung findet, wenn die Fotos für das Internet genutzt werden sollen.

HINWEIS: Sie tun es ja doch – die Nachbearbeitung von Bildern mit irgendeiner Software. Aber bitte beachten Sie, dass jedes Mal, wenn ein JPEG-Bild von Ihnen verändert und anschließend gespeichert wird, es immer wieder neu gerechnet werden muss (komprimiert). Das kann zu Qualitätsverlust führen. Speichern Sie daher die Originale ab und arbeiten nur mit Kopien!

RAW

RAW ist ein Rohdatenformat (engl. raw = dtsch. roh), das besonders viele Informationen für ein Bild speichert. Dementsprechend sind Dateien im RAW-Format wesentlich größer als z.B. die o.g. JPEG-Formate.

Viele Hersteller haben ihr, obwohl alle sehr ähnlich sind, eigenes RAW-Format (z.B. Nikon = NEF, Leica = DNG, Canon = CRW etc.). Für eine Weiterbearbeitung müssen diese Rohdaten mit einem RAW-Konvertierer, der eigentlich den Kameras als freie Software beiliegt, ausgelesen werden. Anschließend können sie als JPEG oder TIFF gespeichert werden.

TIFF

Tagged Image File Format“ ist dem RAW-Format ähnlich. Eigentlich ist es der Vorläufer des RAW-Formats. TIFF-Bilder speichern ebenfalls eine große Menge an Informationen und sind daher auch sehr groß.

Wenn Sie Ausdrucke in bester Qualität benötigen, dann sollte TIFF vor JPEG gewählt werden. Allerdings stehen bei TIFF die eigentlichen Rohdaten nicht mehr zur Verfügung!

Speicherplatz

Speicherplatz

Die Karten sind gemischt

CF, Memory Stick, SD oder xD – welchen Speicherkartentyp Sie verwenden müssen, hängt von Ihrer Kamera ab.

Sie haben aber die freie Wahl bei der Speichergröße, der Qualität (z.B. stoßgetestet oder spritzwassergeschützt!) und der Geschwindigkeit (wie schnell werden Daten geschrieben bzw. gelesen).

HINWEIS: Auch wenn die Karten immer mehr Speicherplatz bieten (letzter Stand im Herbst 2007: bis zu 16 Gigabyte), sollte man sich gut überlegen, ob man wirklich eine ganz große oder wenige große Karten haben möchte oder doch lieber mehrere kleinere Karten.

Die Überlegung ist diese: Wenn ein Problem auftritt und die Karte geschädigt bzw. ruiniert wird, ist es dann besser alle Fotos auf einmal zu verlieren oder nur einen Teil?

Grobes Korn oder große Pixel?

Der ISO- oder auch ASA-Wert bezeichnete bei den Diafilmen die Filmempfindlichkeit. Eine kleine ASA-Zahl (z.B. 25) bedeutete, das der Film extrem scharfe Bilder zulässt, aber viel Licht benötigt. Mit einem Film der z.B. 800 ASA hat, können Sie im Gegensatz zum 25er wesentlich schnellere Verschlusszeiten wählen, bei gleicher Beleuchtung, aber die Bilder besitzen dann eine körnigere Struktur (Ein Nebeneffekt, den ich z.B. bei der Schwarz-Weiß-Fotografie und bei Einsatz von 3200er Filmen, sehr schätze).

Diese ISO-/ASA-Werte gelten auch für die digitalen Formate. Allerdings geht es hier nicht mehr um „Korn“, sondern um die Pixel. Sie können auch zwischen den verschiedenen Werten wählen. Dabei steht Ihnen meistens ein Spektrum zwischen 64 bis 3200 ISO zur Verfügung. Wie gesagt, je kleiner die Zahl, desto höhere Bildqualität und umgekehrt.

Die Erhöhung der Empfindlichkeit führt zwangsweise zu dem so genannten Rauschen. Das sind zufällige Unterschiede in Farbe und Helligkeit, die sich dann als deutliche Pixel zu erkennen geben.

Im Gegensatz zu den Filmen (egal ob Dia oder Negativ) kann ein stark „pixelndes“ digitales Foto stark an Charme verlieren, denn die kleinen Vierecke sehen zu unnatürlich aus. Aus diesem Grund sollten sie auch Bildstabilisatoren meiden, die nur die ISO-Zahl raufsetzen.

HINWEIS: Ein einmal ausgewählter ISO-Wert ist nicht zwingend für alle Bilder zu nutzen. Das Geniale an der digitalen Fotografie ist es, dass sie (ohne wie früher den Film zu wechseln), für jedes Bild den ISO-Wert individuell festlegen können. Da – hören Sie auch die Jubelschreie?!

ISO-Einstellungen

ISO-Einstellungen

Jetzt Sie! – Aufgaben

Es ist ein wenig schwierig hierfür sich Übungen einfallen zu lassen, was Sie aber auf jeden Fall für sich ausprobieren sollten, ist das Fotografieren mit Digitalkameras und hohen ISO-Werten. Hier verabschiedet sich dann die Kompakt-Klasse und in der SLR-Klasse trennt sich die Spreu vom Weizen. Der Effekt des Rauschens nimmt mit steigendem ISO-Wert zu. Wie ein Bild letztendlich aussieht, hängt sehr von der firmenabhängigen Rechenleistung ab. Vergleichen Sie also Fotos mit ISO 100 mit Fotos aufgenommen bei ISO 800 und größer.

Lektion 6 – Elementares & Nützliches

Lektion 8 – Makro-Fotografie

Fotokurs zum Download

Kommentare

5 Kommentare zu “Lektion 7 – Pixel, Schärfe & Speicherformate”

  1. Christina am 17. September 2010 20:53

    Hallo Rico,
    gut erklärt, vielleicht solltest du auch noch ergänzen, dass ISO nicht gleich ISO ist, da das Bildrauschen stark von der Sensorgröße der Kamera abhängt. So erhält man zB mit der Canon Mark II noch mit 800 ISO und mehr ein Bild mit mäßigem Rauschen, während man bei gleichen Bedingungen bei einer Kompaktkamera gar keine Details mehr erkennt!

  2. Rico am 17. September 2010 21:01

    Richtig, vielen Dank für den Hinweis, Christina!

  3. Helmut am 6. April 2011 13:54

    Hallo Rico!
    Zum Bearbeiten von JPGs: Es ist nicht nur wichtig, immer vom Original-JPG eine Sicherung zu machen. Da man während des Bearbeitens häufig zwischenspeichert, sollte man dafür ein verlustfrei komprimierendes Format nehmen (z.B. PNG). Erst das Endergebnis kann man aus Platzspargründen wieder als JPG speichern.

  4. Rico am 6. April 2011 14:53

    Hallo Helmut,
    ein guter Hinweis! Am besten das Original speichern (als RAW-Datei, wenn möglich, sonst eben das JPG) und beim Bearbeiten mit einem verlustfreien Format wie TIFF weiterarbeiten. Wobei gute Bildbearbeitungsprogramme ohnehin im eigenen verlustfreien Format speichern sollten (wie z.B. Photoshop).

  5. Thomas am 16. Dezember 2012 15:32

    Hallo Rico,
    zum TIFF-Datei-Format möchte ich anmerken, dass hier keineswegs immer von einer verlustfreien Speicherung ausgegangen werden kann. TIFF ist ein so genanntes Containerformat. Was letztendlich darin gespeichert wird, ist nicht zwingend festgelegt. In meinem Arbeitsbereich (Scan-Programm für Dokumentenscanner) produzieren wir TIFFs, die von SW-G4 komprimierten Bildern über JPEG und JP2 bis zu unkomprimierten Bildern alles enthalten können. Es kommt bei TIFF immer darauf an, was das Programm wirklich in die Datei einpackt.
    Also gut hinsehen, wie die Einstellungen beim Speichern sind, sonst ist man nacher evtl. enttäuscht.

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